Masseria Torre Coccaro: Refugium im Olivenland

Masseria Torre Coccaro: Refugium im Olivenland

Apulien, Olivenland: 60 Millionen Bäume wachsen quer über den italienischen Stiefelabsatz verteilt. Inmitten der ältesten Exemplare, knorrig verwachsen und schön wie Gemälde, liegt die Masseria Torre Coccaro.

„Lebendige apulische Geschichte“, ´so bezeichnet Vittorio Muolo, 44, seine Masseria, ein ehemaliges Landgut, das, zum 5 Sterne L Hotel umgebaut, Gäste aus aller Welt in die Gegend zwischen Bari und Brindisi lockt. Ein paar tausend solcher Gehöfte stehen die adriatische Küste entlang vom Gargano bis Santa Maria di Leuca – einst Beobachtungs- und Verteidigungsposten gegen die Türken, Sarazenen, Griechen und Spanier, die hier leicht zu eroberndes Terrain witterten. Wenn Gefahr drohte, wurden alle Masseria-Türen verrammelt und die Bewohner lebten monatelang von dem, was im Garten wuchs.

Masseria Torre Coccaro: Refugium im Olivenland Masseria Torre Coccaro: Refugium im Olivenland

Auf der ehemaligen Ausgucksplattform finden heute bei Sonnenuntergang Yogastunden statt; der Taubenturm wurde von dem norditalienischen Event-Künstler Roberto Paci Dalò zum begehbaren Kunstwerk umgestaltet. Die Stallungen von einst sind zum Restaurant geworden, und da, wo früher der Priester wohnte (auch eine eigene, liebevoll gepflegte und sorgsam restaurierte Kapelle gibt es auf dem Gelände), inszeniert Chefkoch Donato regelmäßig Kochkurse. Das Spa wurde in eine veritable Steinhöhle gehauen, mit behaglichen Massagekabinen für Verwöhnmassagen und Beauty-Treatments.

Masseria Torre Coccaro: Refugium im Olivenland

Insel der Gastfreundschaft war die Masseria von Alters her - was Coccaro heute ausmacht, ist Muolos Interpretation davon: Service wird als Kunstform gepflegt, Gastfreundschaft als Mischung aus Authentizität, Weltoffenheit und urbaner Moderne. Niemals stehen bleiben, sagt der Masseria-Besitzer, weiter vorwärts schreiten, um den Gästen immer wieder etwas Neues, Besonderes zu bieten. Vor fünf Jahren hat er etwa Giorgio Armani das Grundstück nebenan vor der Nase weggeschnappt und Torre Maizza daraus gebaut, das elegante Schwesterhotel mit griechischem Pool, Golfplatz und Orangenhain darumherum. Wer weiß, was sich der moderne Massaio aus dem Süden als nächstes einfallen lässt. In den Olivenfeldern ringsum ist noch eine Menge freier Platz.

Masseria Torre Coccaro: Refugium im Olivenland Masseria Torre Coccaro: Refugium im Olivenland

Weitere Informationen finden Sie unter www.masseriatorrecoccaro.com.

Text: Katja Büllmann
Fotos: Büllmann/Coccaro