Maserati Driving Camp 2008

Seit März ergänzt Maserati sein Service-Angebot um das „Driving Camp“, welches sich in die Riege der Rennstrecken-Events für Kunden und Interessenten exklusiver Sportwagenhersteller einreiht. Die Einladung ins Camp auf dem Nürburgring haben wir gerne angenommen – und unsere eifelvertrauteste Mitarbeiterin in die winterlich weiße Hölle geschickt.

Auf dem straffen Tagesprogramm stehen das Ausloten der Grenzen der Fahrphysik und das hautnahe Erleben der aktuellen Fahrzeug-Flotte mit dem Tridente aus Modena. Im Focus steht die Präsentation von Qualität und Leistungsfähigkeit des Maserati Quattroporte und GranTurismo, gepaart mit purem Fahrspaß.

Das exklusive Maserati Driving Camp findet in den Monaten März, April und September auf den legendären Strecken des Hockenheim- und Nürburgrings statt und dauert jeweils einen Tag. Unter Anleitung von erfahrenen Instruktoren werden zuerst verschiedene Sektionstrainings wie Slalom, Beschleunigung, Driften und Handling unter Darstellung der verschiedenen Regelsysteme der Maserati durchlaufen. Dann folgt das Highlight, die Testfahrt auf der Rennstrecke, die jedem Teilnehmer das typische breite, zufriedene Grinsen ins Gesicht meißelt. Es macht jede Teilnehmer-Urkunde überflüssig. Abgeschlossen wird das Programm dann mit einer Überlandfahrt außerhalb des Parcours, die dem Fahrer auch einen Eindruck im Fahralltag vermitteln soll. Soweit zum Programm als solches.

Maserati Driving Camp 2008Maserati Driving Camp 2008
Maserati Driving Camp 2008Maserati Driving Camp 2008

In der unserem Tagesprogramm vorangegangenen Pressekonferenz erfahren wir noch, dass der durchschnittliche Maserati-Kunde männlich, 40 Jahre und meist selbstständig in mit Dr.-Titeln gekrönten oder kreativen Berufszweigen tätig ist. Ich bin zwar nicht männlich und statistisch gesehen zu jung, aber dafür Fotografin und Architektin – ich darf also bleiben. Die korrekte Sitzposition wird uns noch eindrücklich erläutert und die drei Instruktoren für den heutigen Tag stellen sich vor. Alle drei haben Rennsport-Erfahrungen, wobei Nr. 1 sich so vorstellt: Ich bin Familienvater und auch sonst sehr bodenständig und bewege gerne Autos auf der Langstrecke. Nr. 2 ist Zahnarzt bzw. Kieferchirurge und ebenfalls in der Langstrecke aktiv, Nr. 3 ist holländischer Vollzeit-Automobilist. Ich werde Nr. 3, dem fliegenden Holländer, zugeteilt – ein Hauptgewinn, schießt es mir durch den Kopf. Wir steigen in Auto Nr. 6, ein Quattroporte mit Vollautomatik. Ich hasse Automatik! Egal, in dieser Lektion 1 geht es ums Bremsen. Es stellt sich eine beeindruckende Bremsleistung heraus, Respekt! Und das bei einem Leergewicht von rund 1,9 Tonnen. Am Streckenrand steht die Sportvariante des Quattroporte mit Duo Select-Getriebe und Schaltpedals – aber nur zur Ansicht.

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Weiter geht’s zum „Elch-Test“. Hier wird gezeigt, was das Maserati Stabilitäts Programm (MSP) leistet – aber es wird auch deutlich klar: Wer zuviel will, fliegt trotzdem raus. Dann ist es plötzlich wie im „echten Leben“, da kommt es eben auf den Fahrer an.

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Es folgt der Slalomkurs – und damit endlich der GranTurismo. Hier zeigt sich schnell, wer nicht nah genug am Lenkrad sitzt. Und die absolute Lektion, dass weniger mehr ist. Ich studiere die Fahrt des Instruktors. Er fährt die schnellste Runde und das obwohl er die Kurven langsamer ansteuert als wir Teilnehmer - oder sagen wir besser: weil er die Kurven langsamer ansteuert als wir.

Maserati Driving Camp 2008Maserati Driving Camp 2008
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Endlich! Es geht in den Ring, auf die Rennstrecke. Uns wird eingeschärft, dass die Augen immer da sind, wo wir hin wollen! Einsteigen. Eine Runde mit Phil, dem holländischen Instruktor, dann sind wir dran und Phil dirigiert vom Beifahrersitz. Und wenn es die Zeit zugelassen hätte, wäre noch eine Runde im GranTurismo drin gewesen: Alleine mit Phil vorne dran im Führungsfahrzeug. Meine Runde kommt und ich sitze wieder im Quattroporte mit Vollautomatik – der Sport GT mit Duo Select ist das Folgefahrzeug! Dieser ist uns jedoch nicht in die Boxengasse gefolgt – also keine freie Runde mehr für mich. Wir einigen uns darauf, dass Phil mir noch eine Runde auf seiner Ideallinie zeigt. Und was entdecke ich? Er schummelt, mein fliegender Holländer. Phil schaltet die Automatik aus und schaltet Manuell – ich lache und wir sind uns einig, Automatik und Rennstrecke gehören nicht zusammen.

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Mein persönliches Sicherheitspaket ist wieder um einige Nuancen verfeinert, das zufriedene Grinsen in meinen Zügen weiter verfestigt. Ich hätte gerne noch ein paar Runden gedreht – denn glauben Sie mir, es macht Spaß!

Das Maserati Driving Camp kann über die Vertragshändler gebucht werden, es kostet rund 700,- Euro und wird im September noch einmal auf dem Hockenheimring angeboten.

Infos finden Sie auch unter www.maserati-driving-camp.de.

Text und Fotos: Nanette Schärf


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