LondonInside: Sleep here

Blakes



Ob geschäftlich oder privat - wer nach London fährt, hat einen vollen Terminkalender; gibt es doch eine fast unüberschaubare Anzahl von Shops und Boutiquen, Museen und Galerien, Restaurants, Bars und Clubs, die es zu besuchen gilt. Leider hat der Tag auch an der Themse nur 24 Stunden und der Schlaf macht einem schnell einen Strich durch den Zeitplan. Also was tun, um die Stunden effektiv zu nutzen? Wach bleiben? Aufputschmittel sind schlecht für die Haut und auch der britische Kaffee sollte nicht gerade in hohen Dosen konsumiert werden. Wesentlich empfehlenswerter ist dagegen der Besuch eines der herausragenden Londoner Hotels – dort kann man sich zwischendurch entspannen, baden oder die Augen schließen, ohne das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Classic Driver präsentiert Ihnen die drei absoluten Top-Adressen – aber psst: Bitte nicht weitersagen...!

Im ruhigen South Kensington, nur wenige Straßen von Kensington Gardens und Hyde Park entfernt, hat die hat die Filmdiva und Designikone Anoushka Hempel ein einzigartiges und höchst exklusives Hotel entworfen, das einem vom ersten Schritt über die Schwelle wie ein romantischer Wirbelwind in sich aufnimmt. Das Blakes ist eine kleine, unkonventionelle, geschäftige und opernhaft-mystische Welt für sich - mitten in der modernen Metropole London. Von ihren Reisen durch Indien, China, Indonesien, Thailand, Kambodscha, Afrika und Südamerika hat die Grand Dame des Hauses zahllose Möbelstücke, Kunstwerke, Artefakte und Accessoires mitgebracht und in einer unglaublichen Sammlung kombiniert: Die 50 Zimmer und Suiten sind dramatische Kompositionen satter und dunkler Farbtöne, prachtvoll lackierter Antiquitäten und subtiler Kontraste zwischen klassisch britischer Eleganz und exotischem Kolonialismus, die einem nicht nur beim ersten Anblick den Atem verschlagen.

Dass sich unter den anspruchsvollen Gästen des Blakes auch so manche Hollywood-Größe oder der ein oder andere Designer von Weltruf befindet, ist kein Zufall - das „Fashionable Small Hotel“ bietet höchste Diskretion, Schutz vor Paparazzi und nebenbei noch einen unvergleichlich freundlichen und eleganten Service. „What happens at Blakes, stays at Blakes“, pflegt Anoushka Hempel zu sagen. Wer sich doch einmal traut, die schützenden Hallen zu verlassen, findet in Fußreichweite das angesagte Brompton Cross mit Boutiquen von Chanel bis Maharishi - oder wahlweise das Natural History und das Science Museum.

Blakes Restaurant



Wenn man nach einem Tag zwischen avantgardistischen und prähistorischen Kostbarkeiten Appetit verspürt, muss man in der kleinen Lobby des Blakes nur den Stufen ins Souterrain folgen - dort findet sich eines der besten und gleichzeitig mysteriösesten Restaurants der Stadt. In Dekor und Einfallsreichtum steht die Atmosphäre den Zimmern und Suiten in nichts nach - die Wände schmücken Fächer aus Federn seltener Paradiesvögel der Regenwälder Equadors und von geheimnisvollen Ölgemälden lächeln allwissende chinesische Würdenträger in die Runde.

Bei bestimmter Mondbeleuchtung, so wird gemunkelt, zeigen sich auch Coco Chanel und Marlene Dietrich im Schutze des kleinen, separaten Chinese Rooms und der Bar - dem „Place to be“, um den Abend zu beginnen oder ausklingen zu lassen. Die eigentlichen Attraktionen des von Kritikern bejubelten Blakes finden sich auf der Menükarte: Alle Speisen, von der Ingwer-Consommé über das Lachs-Orangen-Sashimi mir grünem Reis, Koriander, Chillis Mint und Galangal bis zu Beef Teriyaki und Lobster Toast, wurden von Anoushka Hempel persönlich ausgesucht und ergeben eine aufregende Mélange östlicher und westlicher Kochkunst. Das Essen selbst ist eine Inszenierung voller Dramatik und selbst das Décor scheint von den verstecktesten Winkeln der Welt inspiriert.

Wer im Blakes zu Tisch bittet, hat an puristischer Nahrungsaufnahme in steriler Umgebung nur wenig Interesse. Nach dem Diner pflegt man traditionsgemäß den Müßiggang an der Bar mit einem “Cigdum“ - einen Drink aus Ingwer, Melone und Sake; aufgefüllt mit einem Schuss Champagner, ehe man sich auf das wunderbar weiche Himmelbett fallen lässt und seinen Träumen auf eine exotische Reise folgt.


Halkin

Nicht unweit des Blakes findet der anspruchsvolle London-Besucher ein weiteres Hotel der Extraklasse: Das Halkin liegt in Belgravia zwischen Knightsbridge und Mayfair und bietet als asiatisch gefärbte Oase der Ruhe, der Entspannung und des Komforts eine Zuflucht vor dem pulsierenden Treiben der Straßen Londons. Die vier Etagen symbolisieren in ihrer Farbgebung die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft.

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Klar und elegant, in modernstem Design gehaltene Zimmer und Suiten verströmen einen dezenten Glamour und laden ein, sich zu entspannen und in den höhlenartigen Marmor-Badezimmern mit offenen Duschen, warmen Handtüchern und dicken Bademänteln neue Kraft zu finden. Wenn man die Arbeit doch nicht vollständig ausblenden kann, nutzt man einfach eines der drei Zimmertelefone mit Voicemail, Internet, Fax oder sogar einen der persönlichen Sekretäre, die das Hotel für seine Business-Kunden bereithält.


The Zetter

Wer dem Trend am liebsten zwei Schritte voraus ist, reserviert ein Zimmer im Szeneviertel Clerkenwell, genauer gesagt im avantgardistischen Designhotel The Zetter. Man schreitet vorbei an Bars, Galerien und Kreativagenturen, betritt durch eine bewegliche Glasfront den Eingangsbereich, der von einem Kronleuchter aus pinkfarbenen Glaslilien beleuchtet wird, erreicht über eine Wendeltreppe das dramatisches Atrium und von dort aus die 59 individuell gestalteten Zimmer.

LondonInside: Sleep here Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist weitgehend erhalten geblieben. Junge Künstler und Designer haben mit Hilfe von Paneelen, Kunstwerken, Keramiken und Möbeln jedoch einen Gesamteindruck kreiert, der irgendwo zwischen Kubricks Odyssee im Weltraum, den Wandelsälen Louis XV. und der Hochglanzoptik der Elle Décoration zu suchen ist. Die technische Ausstattung ist allerdings „very 21st Century“: Per Breitband-Internetanbindung kann man beispielsweise über den interaktiven Fernseher oder das Laptop auf 4.000 digitale Musikstücke zugreifen. Der Insider-Tipp: Das Superior Rooftop Studio mit 360°-Rundum-Blick mieten, am Automaten in der Lobby eine Flasche Champagner sowie eine Einmal-Kamera ziehen und mit netter Begleitung ins neue Jahr feiern... .

Den London Guide mit allen Adressen als PDF zum Ausdrucken finden Sie hier.

Text: Jan Baedeker
Fotos: B.K.V. / Classic Driver


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