Leica M8.2 Safari: Schöner Schießen

Mit einem militärfarbenen Sondermodell versucht Leica, Kriegsreporter und Großwildjäger für die Luxus-Digitalkamera M8.2 zu begeistern. Die Safari-Edition mit Kalbsleder-Riemen und Billingham-Tasche ist streng limitiert und hat wie gewohnt ihren Preis.

In ihrem bekannten Essay On Photography von 1977 vergleicht die amerikanische Kulturkritikerin Susan Sontag das Drücken des Fotoauslösers mit dem Ziehen des Abzugs an einem Gewehr. Denn wie beim Gebrauch der Schusswaffe kann sich auch das Opfer im Fadenkreuz des Kamerasuchers kaum wehren; es ist dem Schützen hinter Mündungsrohr und Objektiv schutzlos ausgeliefert. Umgangssprachliche Begriffe wie „Schnappschuss“ oder „Foto-Shooting“ zeugen täglich von dieser Konnotation, aber auch die neueste Sonderedition der Traditionsmanufaktur Leica rückt dieser Tage die alte Verbindung von Jagd und Fotografie in den Fokus.

Mit der Leica M8.2 „Safari“ wird ab sofort eine klassische Kameraausrüstung im olivgrünen Military- und Outdoor-Look präsentiert. Die Auflage des Sondermodells ist auf 500 Exemplare begrenzt, und auch der Setpreis von 7.500 Euro sollte den gemeinen Feld-, Wald- und Wiesenfotografen erst einmal abschrecken. Wer die besondere Qualität einer Leica zu schätzen und zu bezahlen weiß, kann sich jedoch an einem wunderbar verarbeiteten und gestalteten Stück Technik erfreuen: Die „Safari“-Edition besteht aus einer olivgrün lackierten Leica M8.2 Digitalkamera mit silber eloxiertem Objektiv der Bauart Leica Elmarit-M 1:2,8/28mm ASPH und klassischer Metall-Gegenlichtblende inklusive UV-Filter. Zudem wird die Kamera mit braunem Kalbsleder-Trageriemen und in einer passenden Tasche der britischen Traditionsmarke Billingham, die genügend Platz für weitere Objektive bietet, ausgeliefert.

Der grüne Lack der M8.2 „Safari“ ist laut Leica besonders widerstandsfähig und griffig. Um dem dezenten Erscheinungsbild einer unauffälligen Reportagekamera möglichst nahe zu kommen, sind sowohl Deckkappe, Bodendeckel als auch Kamerarückseite und Vulkanit-Belederung passend eingefärbt. Als Vorbild für die Farbgebung dienten übrigens gleich zwei Kameramodelle aus den Leica-Archiven: In den 1960er Jahren wurden olivgrün lackierte Leica-M-Kameras an das Militär geliefert und 1977 kam die erste Leica R3 „Safari“ auf den Markt, die heute von Sammlern weltweit gesucht wird. Ob die Neuauflage des Apparates tatsächlich an Krisenschauplätzen und bei der Löwenjagd statt Flinte zum Einsatz kommt, ist fraglich. Reporterlegende Tintin und War Reporter James Nachtwey hätten aber bestimmt ihre helle Freude an der wertvollen Edition.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Leica



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