Le Mans Classic 2008: Das 7. Wunder des Motorsports

Seien wir mal ehrlich, abseits des Rennzirkus sind Rennstrecken trotz wohlklingender Namen wie Silverstone oder Misano eher bedrückende, wenig charmante Plätze – so auch der Rennkurs von Le Mans. Alle zwei Jahre jedoch verwandelt sich die Strecke in ein wahres Paradies für Freunde des historischen Motorsports. Es ist die Zeit, in der Organisator Patrick Peter zur jetzt schon legendären Le Mans Classic lädt. Die Rückkehr zu der in der nebligen Ebene des Pays de la Loire gelegenen Strecke ist immer wieder eine Freude.

Es fällt einem sehr schwer, zu beschreiben, wie viel Emotionen sich in einer einzigen weißen Linie verstecken können. In diesem Falle ist die Grenzlinie vor den Pit-Garagen gemeint. Kurz bevor die „Controle“ den Weg für die Mitglieder der Rennteams zur Pit-Mauer direkt an der Strecke freigeben, ist die Luft geladen vor Spannung. Der Start erfolgt und der französische Kommentator liefert zusammen mit seinem Co-Moderator Ian Titchmarsh während des gesamten Rennens Informationen am laufenden Band. Man möge mir verzeihen, aber am Sonntagmorgen zwischen drei und vier Uhr schien die Intensität des Kommentars ein wenig nachzulassen.

24-Stunden auf der großartigen Sarthe-Rennstrecke bergen Raum für viele unvergessliche Erlebnisse. Die Strecke an sich hat aufgrund der vielen Sicherheitsbestimmungen viel an Spannungspotenzial verloren und lediglich das Ende der Tertre Rouge und die Arnage sind fast die einzigen Überbleibsel der historischen Streckenführung. Aber dennoch ist der Track immer noch eines der sieben Weltwunder des Motorsports. Die dunklen Wolken am Donnerstag – einen Tag vor dem eigentlichen Start – verhießen nichts Gutes. Die Wettervorhersagen sorgten für einige Unruhe bei den Startern. So konnte man eines der Teams dabei beobachten, wie sie mit Akribie den schnellen Wechsel von Regenreifen auf Trockenreifen übten. Im Endeffekt alles nicht so schlimm, so dass der Wagen letztendlich auf Slicks startete und auch das Rennen auf Slicks beenden konnte.

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Weniger Glück hatte das Team, welches auf dem Simca an den Start ging, das genau 70 Jahre zuvor den elften Platz in Le Mans belegte. Sie mussten mit erheblichen Motorproblemen kämpfen. Jedesmal wenn der Klassiker sich erneut auf den heiligen Asphalt wagte, schien es als verliere er immer mehr Teile seines Motors. Doch mit stoischer Ruhe – wie sie nur Gallier besitzen – flickten die Mechaniker den Racer immer wieder aufs Neue zusammen.

Bei der Le Mans Classic wird in einer Serie von sechs Plateaus (Klassen), jeweils nach Baujahren sortiert, gestartet. Es dürfen Rennwagen teilnehmen, die bis zur Saison 1980 in Le Mans an den Start gegangen sind. Die startenden Rennwagen bildeten einen beachtlichen Querschnitt der Rennhistorie. In diesem Jahr belegten Porsche-Rennwagen die ersten Plätze in drei Starterfeldern und somit sind die Zuffenhausener die erfolgreichste Marke der Le Mans Classic 2008. Neben den dominierenden Porsche konnten ein Riley MPH 1500, ein Ford GT 40, und ein Chevron B 21 sich ebenfalls die jeweils ersten Plätze in der Gruppe sichern.

Es ist seltsam, der vollständige Schlafentzug während des Rennens scheint einem überhaupt nichts auszumachen. Doch der Rückschlag folgt am Sonntag ab 16:00 Uhr, wenn die Anspannung langsam von Einem abfällt – ganz gleich ob man als Zuschauer, Fahrer oder Mechaniker beim Le Mans-Race dabei war. Doch nun hat man ja zwei Jahre Zeit bis das Spektakel von neuem beginnt.

Text: Peter Collins
Photos: Dino Eisele. Weitere Informationen finden Sie unter www.studiodinoeisele.de

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