Lagonda Concept: Alte Marke, neue Märkte

Unter dem Traditionslabel Lagonda plant Aston Martin die Eroberung der Wachstumsmärkte im Osten. In Genf ist nun die erste Designstudie zu sehen, die mit monströsen SUV-Dimensionen überrascht und zahlreiche grüne Motorvarianten verspricht.

„Ein Aston Martin verlangt danach, sportlich gefahren zu werden. Ein Lagonda verlangt einen Bestimmungsort.“ So erklärt es Aston-Vorstand Dr. Ulrich Bez bei der Pressekonferenz zum Lagonda-Launch in Genf, und allem Anschein nach steht auch der Zielmarkt der neuen Untermarke bereits fest: Russland, der Mittlere Osten, Südamerika, Indien und China stehen auf dem Programm, aber auch Europa, die USA und der Nahe Osten sollen durch die luxuriös und exklusiv positionierten Lagonda-Modelle erschlossen werden. Gerade von dem Verweis auf die Geschichte der Marke Lagonda verspricht sich Aston Martin auch ein großes Interesse von Seiten langjähriger Markenkunden.

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Lagonda wurde 1899 vom Amerikaner Wilbur Gunn gegründet, 1909 wurde das erste Automobil unter dem Namen gefertigt. Ein Jahr darauf begann Lagonda auch nach Russland zu exportieren, wo sich die Marke großer Beliebtheit erfreute. Mit einer Leichtversion des Lagonda M45 konnte 1935 zudem ein Le Mans-Siegertitel eingefahren werden. Nach dem Krieg übernahm Aston Martin-Chef David Brown die Marke, ab den 50er Jahren beschränkte sich die Produktion aber auf Kleinserien und Konzeptstudien. Zum einhundertsten Geburtstag des ersten Lagonda-Modells soll die Marke nun wiederbelebt werden. Bei den Verkaufszahlen sollte sich die Historie allerdings nicht wiederholen.

Der schlicht als Lagonda Concept betitelte Prototyp hat vier Türen, vier komfortable Sitze und entspricht dem aktuellen Trend zu luxuriösen Crossover-Modellen wie etwa dem neuen BMW 5er GT, der ebenfalls in Genf vorgestellt wurde. Laut Pressetext soll die Konzeptstudie Zitate aus dem Speedboat-Design aufnehmen und den Stil einer klassischen Luxuskabine mit den neuesten Furniture-Trends verbinden. Marek Reichmann, als Designchef bei Aston Martin verantwortlich für den neuen Lagonda, nennt seinen Entwurf eine Mixtur aus fließenden, organischen Formen und klaren, kantigen Linien. Die klare Trennung von Kabine, Schulterlinie und Flanke greift zudem die Lagonda-Formensprache der 30er Jahre auf. Vor allem der Zwölfzylinder LG6 stand für das Konzept Pate.

Dank gewaltiger 22-Zoll-Räder, einer überdurchschnittlichen Bodenfreiheit und einem potenten V12-Motor, der seine Kraft auf alle vier Räder überträgt, bietet sich das Lagonda Concept auch für Länder an, in denen die Straßen nicht die europäischen Standards erfüllen. Da Aston Martin keine passende Plattform für einen Geländewagen im Programm hat, wird die Bodengruppe vom Mercedes-Benz GL übernommen. Die Studie wird momentan vom Zwölfzylinder aus dem Aston Martin DBS betrieben, allerdings ist langfristig geplant, den Lagonda mit Flexfuel-Motoren, Hybrid-Kombinationen oder emissionsarmen V8-Dieselmaschinen aus dem Mercedes-Programm zu bestücken. Wenn die Nachfrage stimmt, soll das Serienmodell 2012 mit geringfügigen Design-Variationen auf den Markt kommen. Der Preis könnte zwischen 150.000 und 200.000 Euro liegen.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Aston Martin


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