Ein Blick in die Welt des großen Provokateurs Egon Schiele

Egon Schiele gehört zu den wichtigsten Künstlern der Wiener Moderne, seine expressionistischen Zeichnungen und Gemälde hängen in den großen Museen der Welt und werden zu Millionensummen gehandelt. Nun ist bei Taschen ein prachtvoller Überblicksband erschienen.

Die ausgezehrten und überdehnten Gestalten aus dem Werk von Egon Schiele (1890 – 1918) gehören zu den drastischsten Darstellungen der expressionistischen Kunst um die Jahrhundertwende. Und dennoch – oder gerade deshalb – gehören die Zeichnungen und Gemälde des Wiener Provokateurs zu den wichtigsten und einflussreichsten Werken der Moderne. Künstler wie Francis Bacon und Tracey Emin wurden von Schieles brutalen Direktheit und schonungslosen Darstellung des menschlichen Körpers beeinflusst – selbst ein Jahrhundert später haben seine Figuren nichts von ihrer verstörenden Wirkung verloren. Entsprechend hoch ist der Wert eines echten Schiele auf dem Kunstmarkt: Selbst Zeichnungen und Skizzen wechseln bei Auktionen für Millionensummen den Besitzer, von großformatigen Arbeiten und Gemälden ganz zu schweigen. Deutlich erschwindlicher, aber dank neuer Fotografien fast so eindruvksvoll wie ein Original, ist derweil mit 150 Euro der großformatige Bildband „Egon Schiele. Sämtliche Gemälde von 1909–1918“ von Tobias G. Natter, der auf 608 Seiten ganze 221 Gemälde, 146 Zeichnungen und zahlreiche Begleittexte umfasst und bei Taschen erschienen ist. 

Fotos: Taschen