Die Fondazione Prada in Mailand feiert die Geometrie der Geschwindigkeit

Einst startete Gianni Piacentino bei Motorradrennen, heute ist der Bilhauer einer der bekanntesten Vertreter des italienischen Minimalismus. Die Fondazione Prada in Mailand zeigt nun zahlreiche Werke seines von Technik und Geschwindigkeit inspirierten Schaffens.

Man muss kein Kunstkritiker sein, um zu erkennen, dass sich der 71-jährige Künstler Gianni Piacentino für Autos, Motorräder und Flugzeuge begeistert: Viele der Skulpturen, die vom 7. November 2015 bis zum 10. Januar 2016 in der neu eröffneten Fondazione Prada in Mailand zu sehen sind, erinnern an puristische Designmodelle und Prototypen aus den frühen Jahrzehnten der Motorisierung. Die Ausstellung beleuchtet die Karriere von Gianni Piacentino mit mehr als 100 Werken, die zwischen 1965 und 2015 entstanden sind. Und während er munter die Disziplinen zwischen Pop Art und Minimalismus, Action Painting, Informalismus und Arte Povera wechselte, blieb er doch seiner Faszination für die industrielle Ästhetik der Geschwindigkeit treu. Eine Vorliebe, die er mit kalifornischen Zeitgenossen wie Billy Al Bengston, Craig Kauffman, John Mc Cracken oder John Goode teilt.

„Die Werke von Gianni Piacentino entstammen der Grauzone zwischen Kunst und Design, Handwerkskunst und industieller Produktion, Nützlichem und Unnützem, Singularität und Serialität“, erklärt Germano Celant, der Kurator der Ausstellung. „Die Andersartigkeit und Einzigartigkeit seiner Kunst besteht in der Dialektik zwischen diesen Polen. Seit 1965 ist es ihm immer wieder gelungen, mit seinen Skulpturen die Grenzen der Funktionalität zu durchbrechen, auch wenn seine Objekte weiterhin aussehen, als seien sie in einem industriellen Kontext entstanden.“

Die Einzelausstellung zum Werk von Gianni Piacentino ist vom 7. November 2015 bis zum 10. Januar 2016 in der Fondazione Prada in Mailand zu sehen. Weitere Informationen finden Sie hier.