Das verlorene New York - durch die Linse von Saul Leiter

Der amerikanische Künstler war ein früher Grenzgänger zwischen Malerei und Fotografie. Jetzt würdigt das Fotografie Forum Frankfurt das Werk von Saul Leiter in einer umfangreichen Retrospektive.

Streifzüge durch New York

Unter den führenden Fotografen wäre etwas anderes als Schwarzweiß nie in Frage gekommen. Doch schon 1946 tanzte Saul Leiter aus der Reihe und entdeckte die lange unterschätzte Farbfotografie für sich. Bis zu seinem Tod 2013 mit 90 Jahren streifte er mit der Kamera durch New York und komponierte leuchtende Alltagsimpressionen wie Schaufenster, Autos, Schilder oder Passanten.  Leiter war auch Maler und tendierte deutlich zu Flächigkeit und Abstraktion. Deswegen verschwimmen in seiner Arbeit auch die beiden künstlerischen Medien auf ganz faszinierende Weise: Menschen und Gegenstände werden als flächige Farbelemente aufgenommen. Man muss manchmal genau hinsehen, um zu erkennen, was Malerei, was Fotografie ist.

Wiederentdeckung eines Grenzgängers

Mit der Ausstellung im Fotografie Forum Frankfurt wird ein bisher nur wenig bekannter Künstler wiederentdeckt. Die Retrospektive, die zusammen mit den Deichtorhallen Hamburg und der Saul Leiter Foundation entstand, zeigt mehr als 100 Arbeiten, neben frühen Schwarzweiß-Aufnahmen auch die wachsende Beschäftigung mit der Farbe sowie Skizzenbücher und Fotografien, die er noch bis kurz vor seinem Tod anfertigte.

Fotos: Saul Leiter / Fotografie Forum Frankfurt 

Die Ausstellung „Saul Leiter. Retrospektive” ist noch bis zum 1.3. 2015 im Fotografie Forum Frankfurt zu sehen. Weitere Informationen unter www.fffrankfurt.org