Investment-Tipp Uhr: Vintage Cartier-Uhren

Obwohl Cartier meist primär mit Juwelen und Schmuck in Verbindung gebracht wird, war das traditionsreiche Unternehmen maßgeblich an der Evolution der Armbanduhr beteiligt. Dennoch ist der Sammlerkreis für frühe Cartier-Uhren (noch) relativ überschaubar.

Dem Firmengründer Louis Cartier ist der rapide Erfolg der Armbanduhr zu verdanken. Noch zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war es gänzlich unüblich, eine Uhr am Handgelenk zu befestigen, die Taschenuhr beherrschte den Markt. 1904 entwickelte Cartier auf Kundenwunsch die erste wahre Armbanduhr der Welt: das legendäre Modell Santos. Cartier nahm diese kurze Zeit später in sein Sortiment auf. Sie gehört bis heute zu den meistverkauften Uhrenmodellen überhaupt. Der Santos folgten zahlreiche innovative Armbanduhren, unter anderem die Tank im Jahr 1919, welche auch heute noch als eine der elegantesten Damen- und Herrenuhren gilt.

Doch der Reiz und Wert der Vintage Cartier-Modelle liegt nicht nur in ihrer Ästhetik. Cartier benutzte anfangs ausschließlich Werke der talentierten Manufaktur Jaeger (später JaegerLeCoultre), welche unter der Bezeichnung EWC (European Watch and Clock Company) für den Export vertrieben wurden. Später zog Cartier solch namhafte Manufakturen wie Patek Philippe, Vacheron & Constantin, Audemars Piguet und Piaget dazu. Dies führte zu interessanten Armbanduhren mit hervorragenden Werken und Zusatzfunktionen, wie z.B. springender Stunde, Minutenrepetierer, ewigem Kalender und Weltzeituhren. Unter einer Uhr mit dem Cartier-Schriftzug kann sich demnach bei näherer Betrachtung ein Werk einer Manufaktur befinden, für die sehr hohe Preise aufgerufen werden.

Obwohl die Vintage Cartier-Modelle zu den abwechslungsreichsten und innovativsten Modellen der Uhrenwelt gehören, sind sie heute unterbewertet. Der Grund dafür ist ihre Größe. Cartier-Uhren waren meist zwischen 22 und 35 Millimeter groß. Heute sind sogar Uhren mit 40 bis 45 Millimeter Durchmesser keine Seltenheit. Da sich der Trend bei Damen und Herren voraussichtlich bald wieder in Richtung kleinerer Uhren bewegen wird, sind die Vintage Cartier-Modelle eine gute Investition. Der Einstieg beginnt bei 3.000 Euro für Tank Modelle in 18k mit Handaufzug – ein Schnäppchen verglichen mit den heutigen Einstiegspreisen für eine goldene Uhr mit mechanischem Werk. Als eines der Wenigen beschränkt sich dieses Sammlergebiet vielmehr nicht nur auf Herren, auch die Damen haben eine Vielfalt an Modellen zur Auswahl, von aufwendig verzierten Art Decó-Modellen bis hin zu schlichten Klassikern. Besonders empfehle ich mechanische Uhren zwischen 1911 und 1980, speziell Ausführungen in Platin und Roségold mit Zusatzfunktionen und außergewöhnlichen Gehäuseformen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.vintagia-watches.com oder richten Sie Ihre Frage an [email protected].

Text: Roberto Savignano
Fotos: Cartier


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