Investment-Tipp: Range Rover Classic

Mit dem ersten Range Rover wurde 1970 ein Offroad-Mythos begründet, der bis heute nicht an Strahlkraft verloren hat. Gastexperte Stephan Arensmeier erklärt, welche Classic-Modelle sich als Investition empfehlen und was man beim Kauf beachten muss.

Bei einer Fahrt durch die Metropolen dieses Kontinents scheint es so, als hätten Geländewagen die seit Jahren sehr beliebten Kombis als favorisiertes Fortbewegungsmittel im urbanen Asphaltdschungel abgelöst. Überall sind sie zu sehen, die Cayenne, G-, Q- und X-Modelle verschiedenster Ausbaustufen sowie allerlei asiatische Mitstreiter und andere mehr. Ihr aller Urvater stammt aus dem Vereinten Königreich und war bei seiner Präsentation im Jahr 1970 schlichtweg eine Revolution auf dem Geländewagenmarkt: der Range Rover. Mit V8-Motor, permanenten Allradantrieb und Schraubenfederung bot er im Gegensatz zu den heutigen SUVs („Sport Utility Vehicles“, wie die modernen Vertreter dieser Fahrzeugkategorie etwas umständlich bezeichnet werden) eine überdurchschnittliche Geländetauglichkeit, die 1979 eindrucksvoll mit dem Sieg bei der ersten Rallye Paris-Dakar unterstrichen wurde. Mit einem Range Rover machte man aber nicht nur im groben Terrain jeder Art eine gute Figur, sondern dank seiner straßentauglichen Erscheinung auch beim innerstädtischen Shopping. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Investment-Tipp: Range Rover ClassicInvestment-Tipp: Range Rover Classic

Zunächst gab es den Range Rover ab Werk nur als Zweitürer. Steigende Kundenanfragen nach einer viertürigen Version führten zu der 1982 vorgestellten, heute bekannteren Version mit vier Türen, die unter eidgenössischer Mitwirkung von Monteverdi entwickelt worden war. Die 1984 eingeführte Einspritzanlage zügelte den Verbrauch ein wenig, ein Kostverächter war aber auch dieses Modell nicht. Gleiches gilt für die 1989 präsentierte 3,9 Liter Version, die 1992 von der „LSEi“ - Ausführung mit 4,2 Liter Hubraum, langem Radstand und Luftfederung noch getoppt wurde.

Die Preise dieses komfortablen, später auch luxuriösen Geländewagens haben sich in den letzten Jahren nur moderat bewegt. Ein Blick auf die Notierungen an den Tanksäulen macht aber nur einen der Gründe offensichtlich. Die gelungenen Nachfolgemodelle sowie die Eingangs erwähnte Flut an moderneren Alternativen, hohe Unterhaltskosten und eine – insbesondere beim LSEI – kapriziöse Technik sind weitere Faktoren. Doch ein gut erhaltenes Exemplar dieses im Nachhinein „Classic“ getauften Range Rovers der ersten Serie ist heute ein rares Angebot.

Mein Investmenttipp ist das von 1989-1994/5 gebaute Modell mit dem 3,9 Liter Einspritzmotor, das schon eine vollwertige Luxusausstattung bietet - ohne störanfällige Luftfederung. Kalkulieren Sie 12.000 bis 15.000 Euro für ein wirklich gut gepflegtes Exemplar ein – bei geringer Laufleistung auch mehr. Kenner suchen die extrem selten offerierte Ausführung des letzten Baujahrs, die zum Teil schon das modernere und schönere Armaturenbrett des Nachfolgers hat. Diese ist ein kleines Geländewagen-Juwel und rechtfertigt im Topzustand einen Preis deutlich jenseits von 20.000 Euro – doch was ist das schon, gemessen an der guten Figur die Sie damit überall machen!?

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Während einige Automobile einen regelrechten Preishöhenflug erleben, sind oder bleiben andere unterbewertet. In dieser Reihe stellt der Automobil- und Marktexperte Stephan Arensmeier (CLASSICON) Ihnen Fahrzeuge vor, die aus seiner persönlichen Sicht gute Chancen auf Wertsteigerung haben.

Text: Stephan Arensmeier
Fotos: Land Rover