
Gelegen in den Weinbergen von Saint Tropez gilt der gleichnamige Polo Club als einer der weltweit schönsten Polo Plätze. Mitte Juli boten sich zehn Teams spannende Wettkämpfe um den Sieg des Int. Polo Cup St. Tropez 2009.
Von Juni bis August beginnt die heiße Phase im europäischen Polosport. In diesen drei Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem nicht um irgendeine Trophäe gefochten wird. Gerade in den letzten Jahren ist die Anzahl der Polo-Veranstaltungen rasant angestiegen. Eigentlich sollte man über diese Entwicklung erfreut sein, ist Polo eine packende und elegante Sportart mit einer langen Tradition. Leider trägt das gestiegene Interesse auch unschöne Blüten: Neben sinnbefreiten Turnieren auf Eis und Schnee, feiert jüngst auch ein „Beach-Polo“-Wettstreit seine absonderliche Premiere. Turniere wie der Internationale Polo Cup von Saint Tropez wahren – glücklicherweise – den klassischen Anspruch dieser Sportart.
Insgesamt zehn Teams mit Spielern aus acht Nationen traten vom 2. bis zum 12. Juli beim Polo Cup Saint Tropez an. Die weiteste Anreise hatte der Kapitän des F-Polo Teams Al Shair Fiyaz er reiste extra aus Pakistan an die Côte d’Azur, um am Cup teilzunehmen. Austragungsort des Turniers war das im Bergland von Saint Tropez gelegene Gassin, die Heimat des Polo Clubs.
Nach insgesamt 23 Begegnungen an zehn Tagen standen die Finalisten des Cups fest. Das pakistanische F-Polo Team trat im großen Finale gegen La Locura einem Team aus Italien an. Nach spannenden vier Chukker – ein Polospiel wird in vier bis acht Spielteile mit jeweils sieben Minuten länge unterteilt – konnte das F-Polo Team das Turnier mit einem knappen Sieg von 9½ zu 8 für sich entscheiden. Der ungewöhnliche halbe Punkt resultiert nicht etwa durch ein halbes Tor, sondern durch eine besondere Bestimmung im Polo-Reglement: Jeder Polospieler verfügt, ähnlich wie beim Golf, je nach seiner Leistungsstärke über ein persönliches Handicap. Die Summe der vier Einzelhandicaps eines Teams bildet das Gesamthandicap einer Mannschaft. Wenn Mannschaften mit unterschiedlichen Handicaps antreten, erhält das Team mit dem geringeren Handicap einen Tor-Vorsprung, der durch ein komplexes Rechenverfahren ermittelt wird. In diesem Falle hat das schwächere pakistanische Team seinen Vorteil durch diese Regelung erfolgreich zu nutzten gewusst. Neben der Sieg-Trophäe, konnte sich Al Shair Fiyaz sich auch über einen Sonderpreis freuen: Sein Pony Cubit wurde zum „Best Playing Pony“ gekürt.
Text: J. Philip Rathgen
Foto: Polotimes St. Tropez
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