Ikonen des Desert Modernism: Die 5 coolsten Häuser von Palm Springs

Palm Springs ist ein Mekka für Mid-Century-Architektur – doch nicht nur um die Konstrukteure, sondern auch die Bewohner zahlreicher Häuser spannen sich die Legenden. Fünf fantastische Bauten und ihre Geschichten.

Das architektonische Portfolio des kleines kalifornischen Wüstenstädtchens Palm Springs reicht vom futuristischen Elrod House, in dem James Bond das „Diamantenfieber“ packte, bis zu Frank Sinatras Twin Palms Estate, wo halb Hollywood wilde Parties feierte. Unsere fünf Favoriten sind die Spitze des Eisbergs architektonischer Begehrlichkeit – und entsprechend teuer: Laut Andy Linsky ([email protected]), dem führenden Immobilienmakler von Palm Springs, reicht ihr potentielles Spektrum von zwei bis 35 Millionen US-Dollar. „Was die Architektur angeht, stehen die Häuser Elrod und Kaufmann ganz oben auf der Liste, doch auch die Anwesen von Sinatra, Loewy und Elvis sind natürlich spektakulär!“

Raymond Loewy House by Albert Frey

Raymond Loewy war eines der großen Design-Genies des 20. Jahrhunderts – von der Cola-Flasche über den Scenicruiser Greyhound Bus und den Studebaker Avanti bis hin zum Lucky-Strike-Logo entwarf er zahlreiche Ikonen der Produktgestaltung. Die Planung seines Hauses in der Wüste überließ er jedoch einem anderen – dem Zürcher Architekten und Wegbereiter des „Desert Modernism“ Albert Frey. Das Loewy House wurde 1946 in der Panorama Road 600 errichtet, und nicht nur die Adresse war vielversprechend: Vor den verschiebbaren Glaswänden eröffnete sich ein atemberaubender Blick über Wüste und Berge. Das Haus selbst war nicht besonders groß und eher minimalistisch gehalten. Doch der offene Grundriss und ein um den beleuchteten, lagunenartigen Swimmingpool gestaltete Wohnbereich sorgen noch heute für sofortige Entspannung.

Kaufmann Desert House by Richard Neutra

Auch der Kaufhaus-König Edgar H. Kaufmann aus Pittsburg ließ sich 1946 in Palm Springs ein Haus bauen – und beauftragte den großen Richard Neutra mit einem Entwurf. Der Bau verfügt über fünf Schlaf- und fünf Badezimmer, die Trennung zwischen „Drinnen“ und „Draußen“ wurde jedoch durch gewaltige Glasschiebetüren, die zu einem Pool- und Terrassen-Ensemble führten, aufgehoben. Heute gilt das Kaufmann House als Kronjuwel der amerikanischen Architekturmoderne, Christie’s versteigerte Richard Neutras Wüsten-Bungalow für 15 Millionen US-Dollar. Der Sprung in den vielleicht berühmtesten Swimmingpool  Kaliforniens blieb dem Höchstbietenden jedoch verwehrt – er konnte das Geld letztlich doch nicht aufbringen.

Twin Palms Frank Sinatra Estate

Im Herzen der „Filmkolonie“ von Palm Springs gelegen, war das 1947 von E. Stewart Williams entworfene Twin-Palms-Anwesen für viele Jahre das Heim von Frank Sinatra. Ursprünglich hatte „Ol’ Blue Eyes“ hier mit seiner ersten Ehefrau Nancy Barbato gelebt, doch nach und nach machte es sich die Nachfolgerin Ava Gardner am pianoförmigen Swimmingpool bequem. Das Paar feierte rauschende Feste – doch die vier Schlaf- und sieben Badezimmer waren auch Schauplatz heißblütiger Streits. Ein Riss im Waschbecken zeugt noch heute von einer schlecht gezielten (oder gut geköpften) Champagnerflasche. 

Las Palmas Estate - Elvis Honeymoon Hideaway

In den 1960er Jahren genossen Robert und Helene Alexander in der besseren Gesellschaft von Palm Springs fast königlichen Ruf – schließlich hatte ihr Bauunternehmen zahlreiche der berühmten Gebäude der Hollywood-Prominenz realisiert. Doch kein Haus muss damals so futuristisch gewirkt haben, wie die Privatresidenz der Alexanders im Ladeira Circle 1350: Ein bewohnbares UFO im Space-Age-Design (und mit 20 Meter langer Couch), in dem sich bis zu 180 Partygäste unterbringen ließen. Las Palmas Estate war wahrlich „das Haus von Morgen“ – doch fünf Jahre nach ihrem Einzug kamen die Alexanders bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ewige Berühmtheit erlangte das Anwesen dennoch, als Elvis sich dort im Mai 1967 mit seiner jungen Braut Priscilla für die Flitterwochen einquartierte.

Elrod House by John Lautner

John Lautner war einst Schüler des großen Frank Lloyd Wright und hatte 1960 mit dem „Chemosphere“-Haus im San Fernando Valley bereits eine spacige Architekturikone geschaffen. 1968 krönte er sein Werk jedoch mit einem Anwesen für den Interior-Designer Arthur Elrod: Das Haus thronte auf einem Hügel hoch über Palm Springs, es war von weitem zu sehen und das runde Wohnzimmer mit seinen integrierten Wüstenfelsen wie geschaffen für einen Film. Schon 1971 diente das Elrod House als Domizil des Bösewichts Willard Whyte im James-Bond-Film „Diamonds are Forever“, in dem sich 007 (alias Sean Connery) einen knisternden Nahkampf mit Whytes weiblichen Bodyguards Bambi und Thumper lieferte. Zuletzt wurde das Elrod House im Jahr 2011 für 13,8 Millionen US-Dollar angeboten.

Photos: Getty Images / Jan Baedeker

 

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