Immer am Limit – Von der Le Mans Classic 2002

Von Steve Wakefield

Einmal 24 Stunden am Limit. Die wirklich außergewöhnliche Le Mans Classic ist vorüber. Jeder, wirklich jeder, erlebte eine einzigartige Atmosphäre und empfand diese große Veranstaltung als großen Erfolg, trotz erheblicher Schwierigkeiten in den Rennen. Und: Jeder will im nächsten Jahr wieder dabei sein.





Der Hintergrund dieser Veranstaltung war, die dramatischen Momente aus vergangen Renntagen in Le Mans wieder aufleben zu lassen. Um diese Spannung zu vermitteln, bemühten sich die Organisatoren für die fünf verschiedenen Klassen (eingeteilt nach Modelljahr der Automobile) ein möglichst großes Teilnehmerfeld aufzustellen. Jedem war bewusst, dass man dieses Ereignis mit dem legendären Goodwood-Rennen vergleichen würde. Einer der Unterschiede: Die Besitzer der Rennwagen konnten sich, wie bei den legendären 24 Stunden von Le Mans, einen Professionellen Fahrer „kaufen“, mit dem sie sich während des Rennens abwechseln konnten. Der Gedanke war, die restlichen Teilnehmer mit den fahrerischen Leistungen und einer gewissen Rennhärte der Profis zu konfrontieren, um die Spannung des Rennens zu steigern. Und so waren auch viele der Wagen vertreten, die schon damals das Rennen fuhren.

Die insgesamt 30.000 Zuschauer waren von der Qualität des Rennens begeistert. Sie genossen die wundervolle Aussicht auf die Strecke und waren beeindruckt von dem Sound der leistungsstarken Motoren – wie der eines Porsche 917. Einige bemängelten jedoch den Abstand zur Rennstrecke – man hatte aus Sicherheitsgründen die Sitzplätze nach hinten verlegt, nachdem sich in der Vergangenheit immer wieder tragische Unfällen ereignet hatten, bei denen Zuschauer ums Leben kamen. Viele Fans waren es von anderen Rennen gewohnt, sehr dicht an der Stecke zu stehen und hautnah dabei zu sein. Unser Beobachtungsposten an der Tertre Rouge-Kurve – bei exzellenter Gastbetreuung von Nicholas Mee – erlaubte einen aufregenden Blick auf die hochdrehenden Racer, die auf die Mulsanne-Gerade hinaussteuern und hier – obwohl zwei Schikanen lauern – am schnellsten werden. David Franklin’s Lola T70 soll über 337 km/h hier gefahren haben und der 917er war wohl auch unter den Schnellsten.

Die Bedenken zahlreicher Le Mans-Veteranen, es könnte zu ernsthaften Unfällen während des Rennens kommen, bestätigten sich schnell. Nach zahlreichen spektakulären Unfallen, gab es am Sonntag morgen eine Massenkarambolage. Folglich musste die Strecke zwei Stunden lang gesperrt werden. Um das Programm vollstängig durchführen zu können, verkürzte man schließlich die Renndauer in den einzelnen Klassen.

Die Besonderheit an diesem Rennen war, dass die Fahrer einmal am eigenen Leib erleben konnten, wieviel Ausdauer und Disziplin vorhanden sein muss, um ein 24 Stunden Rennen konzentriert zu fahren – das Geheimnis des Erfolges in Le Mans.

Die jeweils ersten Drei pro Klassement sind hier aufgelistet: General Classification – Le Mans Classic 2002

Fotos: Olivier Penat / Steve Wakefield
Einige Fotos wurden von Alexander Davidis uns zur Verfügung gestellt; weitere Verwendung nur nach schriftlicher Genehmigung.





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