Horex: Ein Mythos kehrt zurück

Die legendäre deutsche Motorradmarke Horex soll nach 50 Jahren Stillstand mit einem Sechszylinder-Hightech-Bike wiederbelebt werden. Eine Manufaktur aus dem bayerischen Garching erwarb 2009 die Rechte an der Traditionsmarke, die 1960 kurz nach der Übernahme durch Daimler-Benz aufgelöst wurde.

Am 15. Juni 2010 feierte die neue Horex-Maschine in München ihre Weltpremiere. Die Horex wird als Herzstück einen 1.200 Kubik starken VR-Sechszylindermotor mit Kompressoraufladung tragen – ein Antriebsaggregat, das es für Motorräder bislang nicht gab. Clemens Neese, Geschäftsführer der neu gegründeten Horex GmbH, ließ ein bis dato neuartiges Antriebskonzept entwickeln und auch patentieren: Bereits 2007 sicherte Neese sich das Patent für ein „VR-Motor bei Einspurfahrzeugen“. Damit liegt die Einzigartigkeit des neuen Horex-Motorrads in seiner Kraftquelle begründet.

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„Ob die Welt eine weitere Motorradmarke braucht?“ Clemens Neese erklärt: „Wahrscheinlich nicht zwingend. Aber Motorradfahren ist mehr als die Fortbewegung auf zwei Rädern, Motorradfahren ist Emotion und immer auch die Faszination für Technik, für Neues und Spannendes! Ich bin selbst begeisterter Motorradfahrer und konnte in den letzten Jahren nur wenig davon auf dem Markt entdecken.“ Die neuen Maschinen sollen Dank ihres 1,2-Liter-VR-Sechszylinder-Aggregats mit Kompressoraufladung bis zu 200 PS leisten. Das Drehmoment des Dreiventilers soll 150 Newtonmetern betragen und über das gesamte Drehzahlband bis 8500/min verfügbar sein. Dabei soll eine Top-Speed von 250 km/h möglich sein. Serienmäßig wird die Horex über ABS, Einarmschwinge mit Zentralfederbein und Riemenantrieb verfügen, allerdings wird sie mit einem Gesamtgewicht von circa 240 Kilogramm kein Leichtgewicht in der Motorradszene sein.

Auch im Design geht die neue Horex ihren eigenen Weg: Orientiert an klassischen Stil-Ikonen der Motorradwelt, setzt das neue Motorrad aus Deutschland auf eine selbstbewusste, moderne Formensprache mit klaren Linien, hochwertigen Materialien und liebevoll gearbeiteten Details der traditionsreichen Marke Horex. Designchef Peter Naumann, der auch als Professor an der Hochschule München lehrt, resümiert : „Der Plan war, die Konturen der alten Horex-Maschinen wie der Regina oder der Imperator in die aktuelle Zeit zu übersetzen. Aber gleichzeitig auf einen Overkill an modischem Schnickschnack zu verzichten". Auffälig ist vor allem, dass sich der Motor ganz offen und ohne Platikverkleidungen zeigt und damit das Selbstbewusstsein der neuen Technik und wiederbelebten Marke verkörpert. Auch die Abgasanlage birgt eine Besonderheit: Die sechs Auslassrohre der sechs Zylinder enden über den Sammeltopf in drei aggressiven Endrohren, die auch bei Motorrad-Insidern für große Begeisterung sorgen dürften.

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Horex selbst sieht sich als neuer Premiumhersteller mit legendärem Erbe auf dem Motorradmarkt und will mit dem Nischenprodukt seinen vergangenen Ruhm zurückerobern. Neben der Roadster-Version denkt der Neu-Firmengründer Clemens Neese, zusammen mit seinem Team von jungen Hochschulabsolventen und erfahrenen Motorradspezialisten, an weitere Derivate wie Sport-, Touring- oder Classic Editionen. Die neue Horex soll ab Ende 2011 in einer Manufaktur in Deutschland gefertigt werden und zunächst nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Markt kommen. Stufenweise soll dann die Einführung in Gesamteuropa, USA und Japan folgen. Der Preis für das neue Sechszylinder-Premiumbike soll bei über 20.000 Euro liegen.

Weitere Informationen finden sich auf www.horex.com.

Text: Tassilo C. Speler
Fotos: Horex



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