Heimsiege für Durstewitz am Nürburgring

Obschon gewisse Mitglieder am gleichen Wochenende bei einer anderen Veranstaltung im Einsatz waren, erschienen nicht weniger als 21 Fahrzeuge der drei zugelassenen Kategorien (F2 1600, F2 2000 und Atlantic) zum zweiten Lauf der internationalen Rennserie „European Formula 2 Club“ auf dem Nürburgring. Während es in weiten Teilen Europas überaus heiss war, prägte hier am Samstag und Sonntag typisches Eifel-Wetter mit dichten Wolken, Gewittern und sogar Nebel das Bild. Der für Samstag angesetzte erste Rennlauf musste wegen eines plötzlich einsetzenden Schauers gleich nach der Startrunde abgebrochen werden, und da anschließend ein Langstreckenrennen ausgetragen wurde und nicht mehr genügend Zeit zur Verfügung stand, absolvierten die F2-Piloten schließlich beide Läufe am Sonntagnachmittag.

Nicht einer der schnellsten Konkurrenten aus dem Zweiliter-Lager belegte im einzigen Trainingslauf die Pole Position, sondern der Deutsche Joachim Durstewitz auf seinem Lotus 69 aus der 1600er Ära. Der zweite Startplatz blieb im ersten Rennen verwaist, denn der Franzose Philip Harper trat wegen eines Motorproblems (Kolbenschaden) am Ralt-BMW vorzeitig die Heimreise an. Die Ehre der Schweizer Delegation retteten Walter Nef (March 712M) und Willy Markwalder (Chevron B40) in der zweiten Startreihe. Hockenheim-Doppelsieger Christian Fischer strandete hingegen schon in der dritten Runde wegen einer blockierten Bremszange am March-BMW auf dem Circuit.

Obwohl aus der 14. Position gestartet, lag Fischer am Samstag nach einer Runde bereits an der Spitze des Feldes, dann wurde das hektische Treiben auf der Piste allerdings durch die rote Fahne beendet. Hilflos kreiselten nämlich die mit Slicks bereiften Fahrzeuge auf der von Wasser überschwemmten und mit Öl verschmierten Strecke. Bei der Vorbereitung des Fahrzeugs für den Restart am Sonntag stellten Fischers Mechaniker Wasser im Öl des BMW-Motors fest, und der Baselbieter wechselte kurzerhand ins Cockpit des Chevron B25 von Serienorganisator Oskar Christen.

Mit ihren Zweilitern kamen Markwalder und der Franzose Millon beim Start zum ersten Lauf besser weg als Polesitter Durstewitz, und auch Walter Nef quetschte sich noch am Deutschen vorbei. Der Chevron-Fahrer etablierte sich klar an der Spitze, während Millon den Schweizer Sepp Binder passieren lassen musste und sich anschließend auf der Ölspur von dessen Ralt drehte. Trotz einer viel zu kurzen Übersetzung am Ersatzwagen kämpfte sich Fischer rasch auf Rang 3 vor. In der zweiten Rennhälfte sorgte dann ein undichtes Ventil am rechten Hinterrad für einen schleichenden Plattfuss an Markwalders Monoposto. Zuerst vermochte der Schweizer die Angriffe des aufrückenden Durstewitz noch erfolgreich zu kontern, am Ende der vorletzten Runde unterlief ihm aber ein Dreher, der ihn auf die vierte Position relegierte. Christian Fischer saß zwar dem führenden Lotus-Piloten im Nacken, zum Überholen fehlte ihm aber der Speed auf den Geraden, und so musste er sich mit Rang 2 vor Landsmann Nef bescheiden.

Das zweite Rennen am Sonntagabend war geprägt von zahlreichen Defekten. Dank eines Superstarts katapultierte sich Walter Nef vor Markwalder, Durstewitz und Fischer – sein Chevron verfügte nun über längere Gänge – an die Spitze. Bereits in der vierten Runde ließ der Leader seinen March 712M jedoch mangels Öldruck am Pistenrand ausrollen, und einen Umgang später fehlten auch Fischer und Markwalder, welche nach dem Ausfall ihres Landsmanns die Führung übernommen hatten. Während der Baselbieter ebenfalls sinkenden Öldruck konstatierte und lieber aufgab, als einen grösseren Schaden am Ford-BDG-Motor zu riskieren, durchschlug ein Pleuel am BMW-Triebwerk des Aargauers ohne Vorwarnung den Block. Nutzniesser war Lokalmatador Durstewitz, der auch diesen Lauf für sich entscheiden konnte. Auf Rang 2 kam der Brite Chris Alford auf dem ehemaligen March 762-BMW von Marc Surer, und den letzten Platz auf dem Treppchen eroberte der Deutsche Hermann Unold auf einem weiteren Lotus 69, der zugleich auch bei beiden Läufen die Atlantic-Wertung gewann.

Der nächste Lauf des European Formula 2 Clubs findet im Rahmen des grossen „Silverstone Classic“ Events (29.-31.7.) statt.

Mehr Informationen unter: www.europeanf2.com

Text: Classic Driver
Fotos: European F2


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