HB Coupé

HB Coupé

Das ist doch..?! Nein, ist es nicht. Kein neuer Aston Martin DB4 GT Zagato, sondern das niederländische HB Coupé nimmt hier Gestalt an. Nicht nur, was die bloße Form anbelangt. Auch die technischen Daten verdichten sich.

Erinnern Sie sich noch an das HB Special Car, den ersten Retro-Sportwagen-Projekt der Huet Brothers? Der Roadster faszinierte uns gleichwohl schon im Jahre 2006. Da waren sie also, die Gebrüder Paul und Tino Huet aus den Niederlanden, die seit fünf Jahren ehrgeizig an der Verwirklichung ihres gemeinsamen Traumes arbeiteten: ein eigenes Automobil, welches sofort zum Klassiker werden sollte. Ein großes Ziel. Doch inspiriert vom Historischen entwarfen die Huets vor sechs Jahren einen offenen Zweisitzer im Stile früherer Barchettas, der formal überzeugen konnte und als unverkäuflicher One-Off-Racer entstehen sollte. Das Auto gibt es tatsächlich. Und es wird auf Wunsch auch einzeln angefertigt.

HB Coupé HB Coupé

Klassiker neu definiert

Es hat einige Jahre Zeit in Anspruch genommen, doch nun präsentieren die Niederländer ihr zweites Projekt: das HB Coupé. Beim Design des „neuen Klassikers“ nahmen sich die Huet-Brüder ganz offensichtlich den legendären Aston Martin DB4 GT Zagato zum Vorbild. Kein Wunder, zählt dieser Sportwagenklassiker fraglos zu den schönsten GTs der Fahrzeuggeschichte. Extreme Seltenheit, wunderbare Eleganz und Sportlichkeit auf kompaktem Raum machen den Zagato-Aston aus, der dieser Tage im Übrigen auch seine offizielle Auferstehung feiert.

HB Coupé
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Anders als das konsequente V12-Konzept des neuen Astons fällt indes die Stoßrichtung des HB Coupés aus. Folgende Punkte notierten die Huets fließend im Pflichtenheft: „Wir wollen ein Sportcoupé für jedes Wetter mit modernem Komfort und einem durch und durch klassischen Look realisieren. Ein Sportwagen, welcher auch als Daily Driver im Stadtverkehr tauglich ist. Einer, das nicht rostet, Einkäufe transportiert, überall gewartet werden kann und beim bloßen Erscheinen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dazu muss er auch sparsam sein. Von den Schweizer Alpen bis nach Amsterdam, das soll mit weniger als einer Tankfüllung gelingen – und dabei jede Menge Fahrspaß bieten.“

HB Coupé HB Coupé

Doch das Pflichtenheft hat noch eine weitere Seite – und diese soll echte Gentlemen Driver ansprechen. „Wir wollen noch mehr Fahrspaß: Einen echten Sportwagen für die Straße, für alle Gelegenheiten, der aus der Schweiz nach Amsterdam in unter sieben Stunden gelangt. Und zweitens einen echten Racer, der auf die Rennstrecke will und diese als sein Revier auswählt – eine reinrassige Fahrmaschine.“ Das alles wollen die Huets ihrem Versprechen nach mit dem HB Coupé auf die Straße bringen.

Drei Versionen: HB Coupé, Coupé RR & Coupé RR M

Die Basisversion ist das HB Coupé: „The Road is my home“, so der Claim des Konzepts. Es soll die Alltagsbedürfnisse befriedigen und dennoch Fahrfreude bieten. Die Karosse ist vollständig als Carbon-Monocoque ausgelegt. Das Coupé soll entweder mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor oder als 3,0-Liter-Benziner erhältlich sein. Alle Motoren entstammen der jüngsten Motorengeneration von BMW. Sie werden mittels eines Hilfsrahmen im Monocoque verschraubt. Der Diesel ist ein Vierzylinder mit rund 200 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment. Das sollte für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,6 Sekunden und einen Top-Speed von 250 km/h reichen. Der Benziner ist ein V6-Motor mit circa 300 PS Bordleistung und ebenfalls 400 Newtonmeter Drehmoment. Hier soll die Beschleunigung bei nur 4,3 Sekunden liegen, der Top-Speed ebenfalls bei 250 km/h. Beide Varianten sind als Hecktriebler ausgelegt. Geschaltet wir mittels manueller Sechsgang-Handschaltung. Der Diesel ist jedoch auch als Sechsgang-Automat erhältlich. Für den Benziner gibt es optional ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Das Gewicht wird bei 1.121 Kilogramm, beziehungsweise 1.159 Kilogramm liegen.

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Für Freunde der verschärften Gangart bieten sich die Varianten HB Coupé RR und RR M an. Hier steht die Performance im Vordergrund. Der 2,0 Liter Diesel leistet hier rund 220 PS, was den Sprint um 0,3 Sekunden verbessern soll. Der Top Speed liegt ebenfalls bei 250 km/h. Das Auto wiegt aufgrund leichterer Bauweise nur 1.046 Kilogramm. Der Sechszylinder-Benziner behält den Motor, profitiert aber auch vom leichteren Gewicht, welches im RR bei nur 1.082 Kilogramm liegen soll. Damit wird eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur vier Sekunden vorausgesagt. Noch schneller erledigt der rund 330 PS starke RR-M-Renner diese Disziplin: 3,8 Sekunden sollen für den 1.099 Kilogramm leichten Wagen genügen. Der Top Speed ist elektronisch auf 250 km/h limitiert. In Anbetracht der Leistung und des geringen Gewichts wäre das HB Coupé RR M ansonsten vermutlich für über 280 km/h gut. Die Getriebevarianten entsprechen denen der Straßenversionen.

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Bleibt letztlich nur die Frage, ob das ganze Projekt eine realistische Chance auf Umsetzung hat. Zu wünschen wäre es und die Einstiegshürden sind gar nicht einmal so groß. Tino Huet sagt gegenüber Classic Driver: „Wir wollen zunächst sehen, wie groß das Interesse an unserem HB Coupé ausfällt. Für eine Produktion benötigen wir ungefähr 20 bis 50 konkrete Bestellungen, um die Finanzierung der Produktion darstellen zu können.“ Die Preise für die fertigen Fahrzeuge sollen sich zwischen denen eines Artega und Wiesmann bewegen. „Wir wollen bei rund 80.000 Euro den Einstieg ermöglichen und sehen das Top-Modell bei ungefähr 150.000 bis 160.000 Euro“, so Tino Huet. Das klingt fair. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Fahrzeugen um wirklich rare Stücke handeln dürfte. Sollten Sie konkretes Interesse haben, wenden Sie sich mit Ihrer Order bitte direkt an das Unternehmen: www.hbcoupe.com

Text: Mathias Paulokat
Fotos: Huet Brothers