Hamburger Stadtpark-Revival 2010: Rückblick

Am ersten Septemberwochenende starteten Automobile, Motorräder und Gespanne ihre Motoren, um zum neunten Mal die ehemalige Rennstrecke um den Hamburger Stadtpark zum Leben zu erwecken. Für Hamburg und Umgebung ist das Stadtpark-Revival längst ein Pflichttermin und bietet hier im Norden eine der wenigen Gelegenheiten für ausgedehnte „Benzingespräche“.

Bei spätsommerlichem Kaiserwetter starteten Samstag und Sonntag auf der Saarlandstraße zahlreiche Klassen zu Schauläufen, die teilweise echte Rennsportdramatik versprühten. Vor allem bei den Gespannen war reichlich Tempo und Akrobatik im Spiel. Und Motorensound! Mit vollem Körpereinsatz sorgten die mutigen Beifahrer für bestmöglichen Grip in den Haarnadelkurven des 1,7 Kilometer langen Stadtparkkurses. Auch die Zweiradfahrer konnten sich in diesem Jahr auf dem trockenen Asphalt in Schieflage begeben – im Gegensatz zum Vorjahr, als es den einen oder anderen Zweirad-Haudegen nach kurzem Regenschauer auf den Asphalt legte.

Mit großem historischem Wert präsentierte sich derweilen die Klasse der Renn- und Sportwagen bis Baujahr 1959. Bernd Hässel aus Hannover etwa startete auf einem 1925er Bugatti Typ 35B, Bernd Heiber auf Hamburg auf einem 1933er Alfa Romeo 8C 2300, Harry Lund aus Dänemark im seltenen DKW Auto Union Monoposto, Baujahr 1946, und Prototyp Oliver Schmidt im wunderschönen Rometsch Porsche Spyder, Baujahr 1954 – um nur einige zu nennen. Ohnehin ist der alljährliche Aufmarsch des Hamburger Automobil-Museums in der Speicherstadt nicht mehr wegzudenken, schaut man sich die Qualität der Museums-Fahrzeuge an. Neben dem Rometsch Porsche brachte das Prototyp-Team unter anderem ein Porsche 356 1500S Cabrio, einen Denzel 1500S oder das sympathische Papler Polizeicabrio (VW Käfer) an den Start.

Für Furore sorgte die wohl schnellste Frau an diesem Wochenende: Sonja Willms aus Hamburg pilotierte einen VW Golf 1 Gruppe 4 Oettinger von 1978 mit viel Bodenblechkontakt über den Kurs, untermalt vom furchteinflößenden Klag des leistungsoptimierten Vierzylinders. Ebenfalls rasant war der Sonderlauf von Rennfahrerlegende Jochi Kleint im Original-Europameisterschafts-Auto von 1979, einen Opel Ascona. Deutlich ruhiger ging es dagegen in der Fahrerlagermeile der Saarlandstraße zu. Dort bot sich die Gelegenheit, die Klassiker nach ihrem Lauf ausgiebig zu begutachten. Neben Prototyp waren CarMania Classic Cars, Thiesen KG und Mehne Automobiles zusammen mit Zukowsky Classic Cars vor Ort. Der Porsche Club Hamburg und das Porsche Zentrum Hamburg sorgten für die für Hansestadt-Verhältnisse ausgewogene Porsche-Dichte.

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Alles in allem präsentierte sich das 9. Hamburger Stadtpark-Revival (www.motorevival.de), obwohl Großsponsor Audi in diesem Jahr fehlte, wieder einmal souverän – und brachte inmitten des Motorenspektakels noch eine Überraschung mit sich: Am Goldbek-Kanal entsteht gerade mit großen Schritten eine neue, attraktive Location mit der vermutlich längsten Bar Hamburgs und einer riesigen Sonnenterasse auf dem Wasser. Mehr Informationen finden sich unter www.die-bucht-hamburg.de.

Text: Jan Richter
Fotos: Classic Driver


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