Hörgenuss auf vier Rädern: Dynaudio

Wenn ein Unternehmen mit dem „besten Klangniveau im SUV-Markt“ wirbt, dann wird nicht nur die Konkurrenz hellhörig. Classic Driver hat im neuen Volkswagen Touareg Platz genommen und die Lautstärke aufgedreht.

Man muss kein Akustikprofi sein, um dem Unterschied sofort zu hören. Zwölf fein säuberlich abgestimmte Dynaudio-Lautsprecher verteilen die Musik im Innenraum des neuen Touareg so perfekt, dass altbekannte Lieder plötzlich völlig anders, weil deutlich besser klingen. Der Touareg an sich ist ja bereits über jeden Zweifel erhaben, aber hat sein stolzer Besitzer bei der Wahl der Sonderausstattung auch noch an der richtigen Stelle das Häkchen gesetzt, wird die Sache erst perfekt.

Mit 620 Watt Verstärkerleistung ist die Dynaudio-Anlage jeder Herausforderung gewachsen. Ein einzigartiges 3-Wege-System (vorne, hinten zusätzliches 2-Wege-System) lässt einen spüren: Hier waren echte Profis am Werk. In wochenlanger Entwicklungszeit wurden die Lautsprecher an den Innenraum des Touareg angepasst, der Sound darf hier sogar etwas kraftvoller klingen als im Phaeton, wie ein Techniker verrät: „Das passt besser zum Charakter des Autos.“

Die Anlage im neuen Touareg ist das neueste Produkt der Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Dynaudio. Vor acht Jahren wandten sich die Wolfsburger an den dänischen Klangspezialisten mit der Bitte, ein Soundsystem für den Passat zu entwickeln. Das Ergebnis überzeugte Volkswagen so sehr, dass im Anschluss viele weitere Modelle mit Dynaudio-Hilfe verfeinert wurden. Selbst im legendären Bugatti Veyron Grand Sport findet man Lautsprecher aus Dänemark.

Das Geheimnis der Dynaudio-Systeme? Neben der Hingabe der Entwickler kommen nur feine Materialien zum Einsatz. Ein besonders großer Schwingspulen-Durchmesser im Inneren der Lautsprecher sorgen für ein feines Ansprechverhalten und besonders resonanzarme, verstärkte Kunststoffrahmen verfälschen das Klangbild nicht.

Hörgenuss auf vier Rädern: Dynaudio Hörgenuss auf vier Rädern: Dynaudio

Was es für Auswirkungen hat, wenn man sich einmal an den feinen Dynaudio-Sound gewöhnte, bekamen unlängst zahllose Volvo-Fahrer zu spüren. Nachdem sich der schwedische Autobauer - jetzt in chinesischer Hand - nach langen Jahren der gemeinsamen Zusammenarbeit von den Klangkünstlern trennte, baute man wieder Standardlautsprecher in die Autos ein. Natürlich ohne den Preis zu reduzieren. Die verdutzte Kundschaft glaubte an einen Defekt, nachdem man erstmals das Radio aufdrehte und ihnen plärrender Sound entgegenströmte. Selbst bei Dynaudio landeten Emails verärgerter Volvo-Käufer, die sich über den Schwindel beklagten. Die Klangkünstler nahmen dieses Echo ausnahmsweise wohlwollend auf.

Nur gegen eins sind selbst die Akustikfüchse von Dynaudio nicht gefeilt. Unterbricht der Verkehrsfunk jäh den Hörgenuss, wird einem immer wieder klar, welch schwaches Radiosignal selbst im 21. Jahrhundert ausgestrahlt wird. Der Traum vom landesweiten digitalen Empfang ist längst noch keine Wirklichkeit geworden, die Dame vom Sender klingt einfach erschreckend scheußlich. Wie wohltuend ist es dann, wenn kurze Zeit später die Musik wieder von CD durch die feine Dynaudio-Anlage fließt.

Text: Michael Heimrich
Fotos: Volkswagen


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