Graf Weckerle Imperialwagen: Des Kaisers neue Räder

So etwas hat man selbst in Dubai noch nicht gesehen: Die badische Manufaktur Graf Weckerle macht aus Seriensportlern von Aston Martin und Ferrari kaiserlich-opulente Imperialwagen. Die exaltierten Märchenbuch-Kreationen verlangen dem Fahrer das Selbstbewusstsein eines Sonnenkönigs ab – und sind entsprechend aufwändig gemacht.

Wenn Sofia Coppola jemals eine zeitgenössische Fortsetzung für ihre Versailles-Punk-Operette „Marie-Antoinette“ dreht – sie kommt nicht an den Imperialwagen von Graf Weckerle vorbei! Die Manufaktur aus dem süddeutschen Karlsruhe vermischt barocke Pracht mit Zuckerwatte-Pop, High-End-Kitsch, Adelsfolklore und modernem Sportwagendesign zu einem bonbonsüßen Fantasy-Stilmix, der schwindelig macht. Oder Bauchschmerzen, zumindest bei Stildiabetikern. Doch die automobile Purismus-Fraktion ist auch gar nicht angesprochen. Die Unternehmensgründer Alexander C. Graf und Tim Weckerle richten sich mit ihrem Veredelungskonzept vielmehr an solvente Romantiker und überzeugte Royalisten mit Nerzmantel und Schmiss, die ihre Korrespondenz auch im Jahr 2011 noch mit dem Federkiel schreiben und vom DHL-Kurier einen standesgemäßen Hofknicks erwarten.

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Das Konzept ist gewagt – und geht doch irgendwie auf. Denn die in großem Ton als Imperialwagen bezeichneten Aston Martin- und Ferrari-Variationen sind überraschend aufwändig und professionell gemacht. Graf und Weckerle selbst sprechen von der „Krönung anspruchsvollster Fahrzeugbaukunst“ und bleiben dem höfischen Gestus auch bei der ästhetischen Umsetzung treu: Auffälligstes Erkennungszeichen der Imperialwagen, die Graf Weckerle derzeit auf Basis fast aller Aston Martin Modelle sowie der Ferrari-Sportwagen 599 und 458 anbietet, sind die eindrücklichen, 21 Zoll großen Fleur-de-Lis-Schmuckräder. Das Motiv der heraldischen Lilie, traditionell ein Symbol königlicher Macht, soll Erinnerungen an das französische Adelsgeschlecht der Bourbonen wecken – und natürlich an deren Superstar, den Sonnenkönig Louis XIV. Eindruck macht auch der Entstehungsprozess: Für ein einziges Rad werden in der Manufaktur 184 Einzelteile in aufwändigem Aluminium-Handgussverfahren hergestellt, finissiert und montiert.

Auch im Innenraum geht es hochherrschaftlich zu: Hier kommen neben Leder auch Samt, Silber und Gold zum Einsatz. Wer möchte, kann beispielsweise die Innenflächen der Sitze mit Puroyale, einem eigens entwickelten High-Tech-Samtstoff, beziehen und im charakteristischen Millefleurs-Dessin besticken lassen. Die charakteristische Lilie von Graf Weckerle findet sich auch in den Markenlogos wieder, die aus massivem Gelbgold, Roségold oder Sterlingsilber hergestellt und anschließend mit Farbemaille ausgelegt werden. Je nach Wunsch werden alle Farben und Materialien zurückhaltend oder kontrastreich aufeinander abgestimmt. Als Beispiele dienen die „Blanc de Blancs“-Kollektion mit ihren keramikweißen Lilienrädern und der Champagner-Lackierung oder die schwarzgraue „Comte Noir“ Edition. Persönliche Namen, Widmungen oder Logos einzubringen, ist natürlich ebenfalls möglich. Zum Abschluss erhält jeder Imperialwagen eine von Meisterhand gezeichnete Karosserielinie, die natürlich auch durch Applikationen aus 24-karätigem Blattgold umrahmt werden kann.

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Auch die Technik der Sportwagen wird bei Graf Weckerle für den Einsatz als kaiserlicher Streitwagen weiterentwickelt. Um die Leistung zu erhöhen, arbeitet die Manufaktur mit Software-Management, verbesserten Abgassystemen und Kompressortechnik. Der Aston Martin DBS kommt somit auf eine Leistung von 560 PS, aus dem V12 des Ferrari 599 GTB pressen die Ingenieure sogar gewaltige 835 PS. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Weitere Informationen finden Sie unter www.grafweckerle.com.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Thomas A. Berger

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