Gordon Murray T.27: Ehrlich, elektrisch, effizient

Mit dem McLaren F1 hat er vor 20 Jahren den perfekten Sportwagen erschaffen. Jetzt arbeitet Gordon Murray an einer weiteren Revolution: dem ehrlichen Elektroauto. Der dreisitzige Cityflitzer T.27 soll auch bei ganzheitlichen Emissionsberechnungen sauber abschneiden.

Schon wärend seines Studiums konstruierte der gebürtige Südafrikaner Gordon Murray seine eigenen Rennwagen. Von 1972 bis 1982 war er als Konstrukteur erfolgreich beim Formel-1-Rennstall Brabham tätig, dann wechselte er zu McLaren, wo er 1988 ins Management aufstieg. Als Design-Chef war er schließlich maßgeblich an der Entwicklung des McLaren F1 beteiligt, der heute als Sportwagen-Ikone gefeiert wird. Murray blieb bis 2005 bei McLaren, machte sich dann mit seiner Firma Gordon Murray Design selbstständig. Zwei Jahre später präsentierte er die ersten Pläne für ein kleines, leichtes, sauberes und unkonventionelles Stadtauto – den T.25. Der Wagen sollte nicht größer sein als ein Smart, dabei aber auf einem besonders cleveren Packaging aufbauen, um Produktionskosten, Gewicht und Raum zu sparen.

Gordon Murray T.27: Ehrlich, elektrisch, effizient Gordon Murray T.27: Ehrlich, elektrisch, effizient

Während der T.25, der in Kürze debütieren wird, auf einen Benzin- bzw. Erdgasmotor setzt, soll mit dem T.27 die passende Elektrovariante auf den Markt kommen. In Kooperation mit der britischen Entwicklungsfirma Zytek Automotive hat Gordon Murray Design eine besonders kompakte und sparsame Antriebseinheit konzipiert. Als Triebwerk dient ein 25 kW starker Elektromotor, die Energiespeicherung erfolgt über eine Lithium-Ionen-Batterie mit 12 Kilowattstunden Leistung. Zytek ist es gelungen, Motor, Akku und Singlespeed-Getriebe in einer kompakten und leichten Einheit unter zu bringen. Nur 680 Kilo soll der T.27 auf die Waage bringen – trotz Batteriepack und E-Motor. Die Reichweite soll zwischen 130 und 160 Kilometern liegen. Bei der Berechnung der Emissionen war es Murray wichtig, dem sogenannten „Clean Paper Approach“ treu zu bleiben: So wird der Schadstoffausstoß des T.27 gemessen am derzeitigen britischen Strom-Mix (hauptsächlich Strom aus Kohlekraftwerken) auf 48 Gramm pro Kilometer geschätzt. Über die gesamte Lebenszeit würde der Kleinwagen somit 42 Prozent weniger CO2 ausstoßen als der durchschnittliche britische Benziner.

Obwohl der Wagen mit 2,5 Metern Länge, 1,3 Metern Breite und 1,6 Metern Höhe in der Smart-Liga spielt, sollen im Innenraum drei Personen sitzen können. Wie schon beim McLaren F1 sollen die Beifahresitze leicht versetzt neben einem zentralen Fahrersitz angeordnet sein. Murray rechnet damit, im April 2011 einen ersten Prototypen zeigen zu können. Die Entwicklung des Kleinwagens wird zu 50 Prozent vom britischen Ministerium für Handel und Industrie unterstützt.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Gordon Murray Design



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