Goodwood Revival 2010: Renn-Report

Bei den diesjährigen Rennläufen historischer Sportwagen beim Goodwood Revival Meeting wurden weder Mensch noch Maschine geschont. Mit beachtlichem Ehrgeiz preschten die Rennpiloten mit ihren zum Teil sehr seltenen Klassikern über den 3,8 Kilometer langen Goodwood Circuit. Sieger des begehrten Pokals der Tourist Trophy Celebration wurde Jean-Marc Gounon auf einem Ferrari 250 GTO aus dem Besitz von Sir Antony Bamford.

Goodwood Trophy

Im Rennen um die Goodwood Trophy konnte sich Rennpilot Marc Gillies den Sieg sichern. Nach einem missglückten Start arbeitete sich der in Detroit lebende Brite mit dem ERA A-Type R3A auf die Führungsposition und gab diese ab der dritten Runde nicht mehr ab. Auf Platz 2 landete Matt Girst mit einem Alfa Romeo Tipo B, Baujahr 1934. Den dritten Platz der Goodwood Trophy für Grand-Prix-Rennwagen bis Baujahr 1950 sicherte sich Frank Stippler auf dem Maserati 6CM von Willi Balz.

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Chichester Cup

In dem zwanzig Minuten langen Chichester Cup gingen 30 Formel Junior-Renner die zwischen 1958 und 1962 gefertigt wurden, an den Start. Bei diesem sehr lauten Rennen konnte sich Benn Simms auf einem 1960er Elva-Ford 200 gegen die Konkurrenz durchsetzen. Simms nutze das Ende einer Safety-Car-Phase im letzten Drittel des Rennens, um seine Führungsposition gegen seinen stärksten Verfolger Sir John Chisholm zu behaupten. Chisholm, gestartet mit seinem Gemini-Ford Mk3A, Baujahr 1961, musste sich somit mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Platz Drei belegte Chris Drake auf seinem Elva-Ford 300.

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St. Mary’s Trophy

Im Wettstreit um die Marien-Trophäe lieferte sich eines der außergewöhnlichsten Starterfelder ein spannendes Rennen. In dem 25-Minuten-Rennen dürfen nur Serien-Limousinen starten, die über eine Rennhistorie verfügen. Sieger in diesem ungewöhnlichen Lauf wurde das Duo Williams/Bell. Das Team um den walisischen Reifenhändler Anthony Williams und Rennlegende Derek Bell konnte sich in ihrem Jaguar MK I, Baujahr 1959 den Sieg sichern Auf Platz 2 landete das Team Graham/Butterfield im Jaguar MK I, Baujahr 1958. Dieser Doppelsieg ist ein schönes Geburtstagsgeschenk, da die Marke Jaguar in diesen Tagen das 75. Jubiläum des ersten Modells mit diesem Namen feiert. Auch wenn der achtfache Le Mans-Sieger Tom Kristensen seine Rennpremiere in Goodwood mit einem fulminanten Sieg im ersten Teil des St-Mary‘s-Rennens feierte, reichte es letztendlich immerhin für den dritten Platz. Diese Leistung ist sehr gut, bedenkt man, dass er nicht wie gewohnt mit einem Audi-Rennboliden startete, sondern mit einem vergleichsweise zierlichen Austin A 95 Westminster.

Whitsun Cup

Eines der spannendesten Rennen des Revivals wurde am am Samstag geboten, als die dreißig Rennwagen-Prototypen der Baujahre 1963 bis 1966 um den Whitsun Cup stritten. Von Beginn an lieferte sich Andrew Smith auf einem 65er Lola-Chevrolet T70 Spyder und der in Russland lebende Neuseeländer Roger Wills auf McLaren-Chevrolet M1B einen packenden Zweikampf, an dessen Ende der Kiwi auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Weit abgeschlagen landete der Lola -Chevrolet T70 Spyder von Martin Stretton. Leider konnte eines der wenigen deutschen Teams nicht starten. Der Lotus-BMW 23B des Teams BMW Classic mit Pilot Ludwig Willisch konnte aufgrund eines Unfalls beim Training nicht dabei sein.

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Madgwick Cup

Für viele ist der Madgwick Cup einer der Höhepunkte im Goodwood-Rennkalender. An den Start des 45-minütigen Rennens gehen Racer mit einem Hubraum von weniger als 2,5-Litern, die zwischen 1955 und 1960 an Rennen teilnahmen. Sieger hier wurde das Anglo-Neuseeländische Team Twyman/Wills auf einem 1959er Lotus Climax 15. Auf die Plätzte 2 und 3 wurden die Teams McIntyre/ McIntyre ebenfalls auf Lotus Climax 15 und Clubb/Stretton auf 1959er Cooper-Climax T49 „Monaco“ verwiesen.

Gordon Trophy

Bei den Formel-1-Wagen der Periode 1954 bis 1961 belegten Cooper-Climax-Rennwagen die Podiumsplätze. Mit einem sensationellen Sieg von der zehnten Startposition siegte Nick Wigley auf seinem Cooper-Climax T51, Baujahr 1959. Den zweiten Platz sicherte sich Roger Wills mit einem baugleichen Cooper-Climax. Den dritten Platz erfuhr sich der Italiener Enrico Spaggiari auf einem 1960er Cooper-Climax T53 „Lowline“. Ein Dreher des ehemaligen Grand-Prix-Piloten Ian Ashley sorgte für eine kurze Schrecksekunde, doch glücklicherweise wurden keine weiteren Rennteilnehmer in diesen „Ausrutscher“ verwickelt.

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Freddie March Memorial Trophy

Einen fulminanten Start-Ziel-Sieg legte Darren McWhirter auf seinem Lagonda V12 Le Mans, Baujahr 1954, auf den Track. Ihm folgte Nick Wigley in einem 1954er Cooper-Jaguar T33 über die Ziellinie. Um Platz 3 lieferten sich Nigel Webb auf einem Jaguar C-Type und Carlos Monteverde ebenfalls auf einem C-Type gestartet einen erbitterten Zweikampf, den am Ende Webb für sich entscheiden konnte. Poplegende Mark Knopfler schlug sich recht gut in seinem Austin Healey 100S und belegte den sechsten Platz.

Fordwater Trophy

In der Klasse der GT-Rennwagen der Baujahre 1960 bis 1966 sorgte ausgerechnet ein Mini für eine große Überraschung. Nick Swift konnte seine Goodwood-Premiere mit einem passablen Vorsprung zum Feld als Sieger in einem 1963er Mini Swift beenden und verwies so Shaun Rainford und seinem Lenham GT auf den zweiten Platz. Dritter wurde Gordon Elwell auf Austin Healey Sebring Sprite, Baujahr 1963.

Richmond Trophy

Um die Richmond Trophäe wetteifern dreißig Rennwagen der Baujahre 1948 bis 1960, die einen Frontmotor besitzen. Gary Pearson und sein BRM Type 25 von 1958 machten hier das Rennen. Während der „alte Hase“ im Bereich des historischen Rennsports ohne Konkurrenz fuhr, lieferten sich Barrie Williams und Richard Attwood einen gehörigen Zweikampf, in den sich zu alledem auch noch Patrick Orosco mit seinem sehr flinken Scarab-Offenhauser einmischte. Letzendlich konnten sich Barrie Williams und sein Ferguson-Climax Project 99 durchsetzen und verwies Attwood mit seinem Ferrari 246 Dino auf Platz 3.

Einen Erlebnisbericht des diesjährigen Goodwood Revivals lesen Sie noch in dieser Woche auf www.classicdriver.com.

Text: J. Philip Rathgen
Fotos: Michael Cole / John Colley / Jeff Bloxham / Marcus Dodridge / Matt Sills / Giles Babbidge all for Goodwood Revival Meeting 2010


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