Goodwood Festival of Speed 2005: Vorschau

Der Frühling lag sprichwörtlich in der Luft, als in dieser Woche auf dem wunderschönen Anwesen von Goodwood die Pressetage für das diesjährige Festival of Speed gehalten wurden. Was gäbe es für eine bessere Gelegenheit, Enrico Bertaggia, Ex-F1-Fahrer und britischer Cheffahrlehrer bei Ferrari und Maserati, bei der Debütrunde im neuen F430 zu begleiten.

Das Motto der Veranstaltung in diesem Jahr lautet „Racing Colours – Nationalstolz und Kulturerbe“. Es soll darum gehen, was Automobile und Motorräder aus verschiedenen Ländern charakterisiert und welche Eigenschaften eben so typisch sind für welche Hersteller. Für das „Gastgeberland“ Großbritannien haben Rennsport-Legenden wie Sir Stirling Moss, Derek Bell und der F1-Pilot Jenson Button bereits angekündigt, vom Blower Bentley aus den Dreißigerjahren bis hin zum neuesten Aston Martin DBR9 alles über die Strecke zu jagen, was die automobilen Schatzkammern der Insel so hergeben.


Nick 'Pink Floyd' Masons Ferrari: Ein 1973er 365 GTB/4 'Competizione' LM und ein Enzo, Modelljahr 2003

Für die Grande Nation Frankreich gibt sich unter anderem Festivalneuling Alain Prost auf Bugatti, Renault oder Matras die Ehre, während Jochen Mass, Hans Stuck and Jo Winkelhock mit den üblichen Verdächtigen Mercedes-Benz, Porsche und BMW für Deutschland antreten. Das restliche Feld füllen Ferrari, Maserati und Alfa Romeo für Italien sowie einige der Publikumslieblinge aus den USA. Für viele Europäer ist das Festival of Speed die einzige Möglichkeit, einen Trans AM oder Can AM auf dieser Seite des großen Teiches in Aktion zu sehen.

Im „Supercar Run“, den in diesem Jahr die Sunday Times präsentiert, sollen dem Publikum die neuesten Serienmodelle und Konzeptstudien im warsten Sinne des Wortes nahe gebracht werden. So wird wohl auch der neue Aston Martin V8 Vantage, das Maserati Birdcage 75th Konzept von Pininfarina, der Shelby GR-1, BMWs neuer M6 und der Porsche Carrera GT auf die Strecke geschickt. Und es ist der „Supercar Run“, der uns zurück zu unserem eigentlichen Thema bringt...

Es war die Fahrpremiere des neuen Ferrari F430 in Großbritannien und mir als Repräsentant von Classic Driver kam die Ehre zu teil, als erster auf dem Beifahrersitz Platz nehmen zu dürfen – in diesem Fall auf der linken Seite. Im Jahr 2005 sollen rund 400 offene und geschlossene Exemplare des 490 PS starken Nachfolgers des erfolgreichen Ferrari 360 Modena über den Ärmelkanal verschifft werden.

„Von 0 auf 100 in vier Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 315 km/h“ ging mir durch den Kopf, als ich zu Enrico Bertaggia in den Ferrari mit F1-Schaltung stieg. Weder er noch das Auto sollten meine Erwartungen enttäuschen. Erst einmal war es äußerst beruhigend, von Enrico zu hören, dass man einen Sportwagen am besten fährt, in dem man die Elektronik abstellt – in diesem Fall die Manettino-Lenkradsteuerung für Aufhängung und Traktion – und sich einfach voll und ganz auf das Auto verlässt. Der Weg vom Sammelpunkt vor dem Haus bis zur Startlinie verschwimmt vor den Seitenfenstern, während auf jeden Gangwechsel prompt die brachiale Beschleunigung folgt. Behutsam bringt Enrico den fabrikneuen Ferrari über die Startlinie, nur um dann sofort das gesamte Motorpotenzial zu öffnen und mit ungeahntem Vorwärtsdrang durch die unteren Gänge zu zappen. Die erste scharfe Linkskurve hinter dem Haus verschwindet so schnell, wie sie kam.

Mir fällt seltsamerweise auf, wie geräumig der Innenraum im Gegensatz zum eigentlich großzügiger bemessenen 360 Modena wirkt. Aber auch der Motor mit seinen zusätzlichen 90 PS und 85 Nm macht den Wechsel zum F430 mehr als sinnvoll. Wem sich also beim „Run“ die Gelegenheit zu einer Runde im neuen Mittelmotor-Star aus Maranello bietet, sollte man keine Sekunde überlegen.


Adrian Hamiltons 1955er Ferrari 410 Sport

Doch noch einmal zurück zum Festival: Der Cartier Style et Luxe Concours, der in diesem Jahr bereits zum 11. Mal ausgehalten wird, präsentiert wieder einmal automobile Kostbarkeiten und eine Jubiläumsschau zum 50. Geburtstag des Small Block Chevrolet. Während dessen werden auf der drei Kilometer langen Forest Rallye-Strecke über dem Goodwood House Evergreens, wie der Mini Cooper S und der Saab 96 sowie härtere Rennmaschinen wie der Lancia Delta Integrale oder der Subaru Impreza WRC, zum Einsatz kommen. Und natürlich wird auch in diesem Jahr eine große Bonhams-Auktion angesetzt, deren Highlight wohl ein Bugatti Type 59 von 1933 sein wird. Man darf sich also schon freuen.

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Text & Fotos: Steve Wakefield


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