Goodwood Festival of Speed

„Where do I begin“ heißt ein Song, den viele Crooner bevorzugt in ihrem Repertoire führen. Ich würde sagen, das Jahr 1906 scheint mir ein geeigneter Startpunkt zu sein. Warum gerade 1906 werden Sie sich jetzt sicher fragen? Nun, es ist das Jahr, in dem die Erfolgsgeschichte des Motorsports mit dem Start des ersten Grand Prix ihren Lauf nimmt und das berühmte Straßenrennen, die Targa Florio seine Premiere feierte. Beide Ereignisse wahren die zentralen Themen des Goodwood Festival of Speed 2006.

Sieger des ersten Grand Prix war ein Renault und als sei es Fügung, fährt auch der aktuelle Formel 1-Weltmeister einen Wagen aus gleichem Hause. Aus diesem Anlass gebührte der französischen Marke auch die Ehre, sich mit einem Display direkt vor dem ehrwürdigen Goodwood House zu präsentieren. Mit gleich zwei Modellen des Formel 1-Siegerwagens R25, einer Replik des siegenden Automobils des ersten Grand Prix überhaupt, den 13 Liter Renault 90CV, und zwei Renault Typ 46, erzählte die Traditionsmarke ihre Renngeschichte.



Einhundert Jahre Grand Prix-Geschichte boten den Organisatoren um den Gastgeber Lord March eine riesige Auswahl an interessanten Automobilen, leider konnten aus organisatorischen Gründen nicht alle Wunsch-Klassiker eingeladen werden. Doch auch dieses Jahr stellte das Goodwood-Team ein wundervolles Starterfeld aus historischen Rennwagen und Piloten zusammen. Hier stellt sich wieder die Eingangsfrage: „Where do I begin?“ In Kürze: Sir Jackie Stewart preschte mit einem Williams FW28 2006 über die Rennstrecke. Damon Hill fuhr, wie vor 39 Jahren schon sein Vater, in einem 1967er Lotus 49, Richard Attwood wurde in einem P261 BRM gesichtet, genau das Auto, welches er vor 41 Jahren pilotierte, Sir Stirling Moss fuhr natürlich auf Mercedes-Benz, Brabham zwängte sich in seinen Cooper, Surtees in seinen Honda, wie auch sein junger Kollege Jenson Button.

Das Jubiläum der Targa Florio war das zweite große Thema dieses Jahres in Goodwood. Mit einer Starterliste, die angefüllt war mit Rennwagen der Marken Alfa Romeo, Ferrari und Porsche. Für das Targa Florio-Ehrenrennen gingen berühmte Namen wie Elford, Vaccarella, Bell Merzario und van Lennep an den Start. Der Rennstrecke am Goodwood-Hill stellten sich auch berühmte Rallyewagen, Le Mans-Siegerwagen, Rennautos der Serien Can Am und Indy Cars.

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Jetzt stehe ich vor dem Dilemma: „Where do I end?“ Vielleicht am besten mit einigen Stimmen der Gäste: „Das ist zwar mein erster Besuch hier, doch nach all dem, was ich bis jetzt schon gesehen habe, würde ich sagen, Goodwood ist das beste Festival seiner Art weltweit“, erzählte der zweifache Formel 1-Weltmeister Mikka Hakkinen. Der Sieger der Targa Florio von 1973, Gijs van Lennep kurz vor dem Start in seinem Porsche RSR: „Ich hatte eine großartige Zeit hier auf dem Festival of Speed.“



Während ich kurz nach dem Gespräch mit van Lennep an der Startaufstellung zum letzten Rennen entlang schlenderte, fiel mir ein bedeutend aussehender Herr hinter dem Steuer eines Team Rothmans Cambridge Lola T70 auf. Er machte einen sehr entspannten Eindruck und wirkte auf mich wie jemand, der den absoluten Überblick hat und tatsächlich – dieser Gentlemen hatte diesen Überblick, denn es war seine Veranstaltung. Ich bin gespannt, mit welchen Freuden Lord March uns nächstes Jahr überraschen wird.

Lesen Sie in der nächsten Woche einen ausführlichen Nachbericht über die Goodwood Bonhams Auktion auf Classic Driver.

Weitere Informationen über den Autor und Fotografen erhalten Sie unter www.rogerdixonphotography.com.

Text und Fotos Roger Dixon

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