Gooding versteigert Ferrari-Showcars in Pebble Beach

Gooding versteigert Ferrari-Showcars in Pebble Beach

Das amerikanische Auktionshaus Gooding & Company zeigt erste Höhepunkte der Klassiker-Auktion in Pebble Beach: Am 20. und 21. August 2011 kommen 15 klassische Ferrari zum Aufruf – einige davon seltene Showcars mit Pininfarina-, Touring- und Vignale-Karosserien.

In den USA ist Gooding & Company ein großer Name, in diesem Jahr hat das Auktionshaus bei Versteigerungen in Amelia Island und Scottsdale Millionensummen eingespielt – und immer wieder fanden sich die Sportwagen aus Maranello auf den ersten Plätzen der Verkaufs-Hitliste. Der Verkauf im Rahmen des Pebble Beach Concours d’Elegance gilt jedoch als wichtigster und auch gewinnbringendster Termin, im vergangenen Jahr hatte Gooding für einen Ferrari 250 GT LWB California Spider Competizione ganze 7,26 Millionen US-Dollar eingenommen, ein Ferrari 250 GT SWB Berlinetta SEFAC Hot Rod brachte 6,1 Millionen US-Dollar ein. So ist es kaum verwunderlich, dass die ersten Nennungen zur diesjährigen Auktion allesamt das Ferrari-Pferdchen im Wappen tragen.

Gooding versteigert Ferrari-Showcars in Pebble Beach Gooding versteigert Ferrari-Showcars in Pebble Beach

Insgesamt sollen mehr als 15 Ferrari zum Aufruf kommen, darunter auch einige ehemalige Autoshow-Debütanten. Gooding stellt schon einmal die wichtigsten fünf Modelle vor. Mit Baujahr 1950 ist der Ferrari 195 Inter das älteste Los im italienischen Kleeblatt. Der silberne Zwölfzylinder-Reisewagen mit Chassisnummer 0081 S, mit dem sich 1951 die Carrozzeria Touring auf dem Turiner Salon präsentierte, ist eines von nur drei in Mailand karosserierten Exemplaren. Der Schätzpreis liegt bei 900.000 bis 1,2 Millionen US-Dollar. 1953 zeigte der Karosseriebauer Vignale auf dem Turiner Salon einen zitronengelben Ferrari 375 America mit grünen Innenraum. Der extravagante 4,5-Liter-Sportwagen war eine der letzten Auftragsarbeiten von Vignale für Ferrari – heute befindet er sich in originalgetreuem und perfekt restauriertem Zustand. Der Schätzpreis liegt zwischen 2,0 und 2,4 Millionen US-Dollar.

Gooding versteigert Ferrari-Showcars in Pebble Beach

Von 1955 stammt der Ferrari 250 GT Berlinetta mit Chassisnummer 0429 GT, den Pininfarina 1956 auf dem Genfer Automobilsalon enthüllte. Das Vorserienauto beeindruckte die Besucher mit seiner eleganten Form und einer ungewöhnlichen Farbkombination: zur silbernen Understatement-Karosserie trug der GT ein kirschrot leuchtendes Dach. Gooding schätzt den Wert des von Ferrari Classiche zertifizierten Showcars, das viele Jahr in Kalifornien verbracht hat, auf 650.000 bis 800.000 US-Dollar. Nur auf Anfrage wird dagegen der Schätzpreis des Ferrari 410 Superamerica Series II Coupés bekannt gegeben, mit dem sich Pininfarina im Jahr 1957 auf dem Pariser Salon präsentierte. Dennoch war der 410 SA als letzter von Lampredi entwickelter Sportwagen keine reine Schönheitsstudie, sondern auch eines der wenigen Modelle aus Maranello, die in den 1950er Jahren über 240 km/h erreichten. Von der zweiten Serie wurden nur acht Exemplare gebaut, der jetzt angebotene Wagen mit Chassisnummer wurde 1969 vom Ölmagnaten H.L. Hunt erworben und befand sich seither in seinem Besitz. Laut Auktionshaus gehört der schwarz lackierte Superamerica mit nur 19.000 gelaufenen Meilen zu den begehrenswertesten Ferrari-Klassikern auf dem Markt.

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Das jüngste Ensemble-Mitglied ist schließlich ein Ferrari 400 Superamerica Coupé Aerodinamica von 1963 – wieder war es die (seit 1961 zusammen geschriebene) Design-Instanz Pininfarina, die den luxuriösen Sportwagen in Genf präsentierte. Nur 14 Exemplare des Aerodinamica mit verglasten Scheinwerfern wurden bei Pininfarina eingekleidet. Das ferrarirote Coupé mit Chassisnummer 5021 SA wird auf 1,2 bis 1,5 Millionen US-Dollar geschätzt. Fast alle fünf Ferrari-Showcars haben zudem bereits Preise bei renommierten Concours-Veranstaltungen gewonnen. Die Details zu den einzelnen Modellen können sie auf der Website www.goodingco.com nachlesen. Mehr zu den großen Pebble-Beach-Auktionen lesen Sie in Kürze bei Classic Driver.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Gooding & Company