Gooding versteigert außergewöhnlichen Bentley R-Type Continental

Bentley R-Type Continental (1955)

Das Wort „Scheunenfund“ wird diesem Wagen kaum gerecht: Im Rahmen der Amelia-Island-Auktion in Florida versteigert das Auktionshaus Gooding & Co. am 11. März 2011 einen der begehrenswertesten Nachkriegs-Bentley auf dem Markt.

Der Bentley R-Type Continental von 1955, den Gooding & Co. nun als Star der großen Frühjahrs-Auktion im Rahmen des amerikanischen Amelia Island Concours bekannt gab, dürfte bei Bentley-Aficionados weltweit für Pawlow’sche Reflexe sorgen. Schließlich wurde der begehrenswerte Sechszylinder-Wagen schon ab Werk mit allen zu dieser Zeit nur erdenklichen Features ausgestattet: Als seltener Linkslenker, mit Bodenschaltung, Leichtbau-Schalensitzen und dem größeren 4,9-Liter-Motor wurde der Wagen mit Chassis-Nummer BC16LD zunächst nach Frankreich ausgeliefert, jedoch schon nach kurzer Zeit über den Atlantik verschifft, wo ihn der New Yorker Rolls-Royce- und Bentley-Händler J. S. Inskip im Jahr 1966 an eine Grant Swarz Lt. Co. veräußerte.


Laut Gooding befindet sich der Bentley in erstklassig erhaltenem Originalzustand mit allen Werksausstattungen, dem Fahrwerk und der Karosserie. Der bei Auslieferung grau lackierte Wagen wurde nur einmal, im Jahr 1966, neu lackiert. Das Interieur ist ebenfalls in grau gehalten, für den Kontrast sorgen rote Ziernähte. Die Echtheit des außergewöhnlichen Patina-Bentley belegen zahlreiche eindrucksvolle zeitgenössische Fotografien und Dokumente – darunter eine handschriftliche Aufführung aller besuchten Veranstaltungen, die weit über die üblichen Servicebücher hinaus geht. In einer Zeit, in der Originalität als entscheidendes Merkmal für die Qualität klassischer Automobile gilt, bietet dieser Bentley R-Type Continental tatsächlich eine einmalige Gelegenheit, ein Stück unverfälschte Markengeschichte zu erwerben. Den Schätzpreis hat das Auktionshaus noch nicht bekannt gegeben.



Abgesehen von diesem britischen Zeitzeugen liegt der Schwerpunkt der Gooding-Auktion in Amelia Island eher auf den mediterranen Automobilmarken. Unter den erstklassigen italienischen Sportwagen findet sich etwa ein Lamborghini Miura P400 SV Prototipo von 1971. Der handgefertigte Wagen mit Chassis-Nummer 4758 entstand im Werk von Sant’Agata während der Entwicklung der finalen und ultimativen Miura-Version. Der von Marcello Gandini entworfene Mittelmotor-Klassiker trägt zum schlicht-schwarzen Interior den selben gelben Lackton, wie bei seiner Enthüllung auf dem Genfer Salon 1971. Ernsthafte Lamborghini-Sammler dürften sich diese Gelegenheit also kaum entgehen lassen. Den Preis erfährt man nur auf Anfrage.

Ferrari 212 Export Cabriolet by Vignale (1951) Lamborghini Miura P400 SV Prototype (1971)

Ebenfalls italienischer Herkunft ist ein Ferrari 212 Export Cabriolet mit Vignale-Karosserie von 1951, das von 1960 bis heute nur zwei Besitzer hatte. Für „Matching Numbers“ und eine vollständige Dokumentation sollte man deshalb rund 800.000 bis 1,1 Millionen US-Dollar einplanen. Im Katalog finden sich zudem ein Siata 208 CS Berlinetta von 1953, ein Ferrari 275 GTB/4 von 1967, ein Ferrari 250 GT Lusso von 1964 und ein Ferrari 365 GTB/4 Daytona von 1972.

Weitere Informationen zur Auktion von Gooding & Co erhalten Sie unter www.goodingco.com.



Text: Charis Whitcombe
Fotos: Scott Nidermaier © 2010 Courtesy of Gooding & Co. / Gooding & Co.