Genfer Uhrensalon 2009: Zeit ist Luxus

Das Uhren-Jahr 2009 wurde bereits mit der Eröffnung des Salon International de la Haute Horlogerie in Genf eingeläutet. Insgesamt 17 Marken der gehobenen Uhrmacherkunst stellten ihre Novitäten dort vor, wo im März der vornehme Genfer Automobilsalon seine Tore öffnet.

Cartier entdeckt seine wilde Seite, IWC taucht ab in die Tiefen des Ozeans, Piaget nimmt Urlaub auf einer tropischen Insel und Panerai geht bei der Formel 1 an den Start. Wir zeigen einige der spannendsten neuen Zeitmesser vom Lac Léman:

A. Lange & Söhne

Die Richard Lange „Pour le Mérite“ ist die dritte Lange-Armbanduhr, die mit einer sehr speziellen Komplikation versehen wurde - dem Antrieb über Kette und Schnecke. Dieses bereits von Leonardo da Vinci genutzte mechanische Prinzip hebt den bei Federaufzügen unvermeidlichen Drehmomentverlusts auf. Die Herstellung dieser Komplikation in den Dimensionen des Uhrwerkes L044.1 setzt handwerkliches Können voraus. Das dreiteilige aus Email gefertigte Zifferblatt der Richard Lange verweist auf historische Vorbilder aus dem Hause A. Lange & Söhne. Das 40,5 Millimeter große Gehäuse ist in Platin oder Rotgold als limitierte Edition erhältlich.

www.lange-soehne.com
Audemars Piguet

Zwar präsentiert Audemars Piguet gleich drei komplexe Skeleton-Uhren, doch sollte der erste Automatik-Chronograph aus der Jules Audemars Classic Collection nicht unterschlagen werden. Das von Hand gefertigte Kaliber AP 3124/3841 steht für den Beginn einer neuen Generation von Automatikwerken von Audemars Piguet. Das Design dieser klassischen und zugleich zeitlosen Uhr ist inspiriert von den „Golden Twenties“. Die birnenförmigen Zeiger, die roten Ziffern des Minutenkreises und die Tachymetrie-Skala sprechen die Designsprache dieser Zeit. Der 41 Millimeter große Chrono ist in Weiß- oder Roségold ab April erhältlich.

www.audemarspiguet.com
Baume & Mercier

Mit einer neuen Kollektion feiert Baume & Mercier den 15. Geburtstag des rechteckigen Modells Hampton. Eines der Highlights der Hampton-Serie 2009 ist der Hampton magnum XXL PVD. Das Gehäuse des imposanten Chronographen wurde aus einer Kombination aus schwarzem PVD-beschichtetem Stahl und Roségold gefertigt. Ein schwarzes Alligatorleder-Armband mit Dreifach-Sicherheitsfaltschließe vervollständigt den klassischen Look der Uhr. Inspiriert durch eine rechteckige Roségolduhr, die das Haus 1960 lancierte, geht dieser Automatik-Chrono an den Start.

www.baume-et-mercier.com
Cartier

Die skelettierte Santos 100 XL ist eine der schönsten Verpackungen für das eigens von Cartier entwickelte und gebaute Kaliber 9611 MC. Das Manufaktur-Werk mit Handaufzug verfügt, dank zweier Federhäuser, über eine Gangreserve von bis zu 72 Stunden. Die Brücken des Uhrwerks sind als römische Ziffern gestaltet und füllen so den gesamten Raum des aus Palladium gefertigten Gehäuses aus. Die verglaste Vorder- und Rückseite erlauben dem Betrachter einen Blick auf das faszinierende Werk.

www.cartier.com
Girard-Perregaux

Das Gehäuse der ww.tc Shadow aus schwarzer Keramik beherbergt das von Girard-Perregaux entwickelte Werk GP3387 und bietet die gleichzeitige Anzeige von vierundzwanzig verschiedenen Zeitzonen, Datum, kleiner Sekunde und Flyback-Chronographen. Die neue ww.tc-Generation wirkt sehr viel aufgeräumter und bietet eine bessere Lesbarkeit gegenüber vorigen Modellen dieser Reihe. Auf der Rückseite bietet ein Saphirglas-Boden freie Sicht auf das Girard-Perregeaux Automatikwerk mit einer Gangautonomie von fast zwei Tagen.

www.girard-perregaux.com
IWC

Seit 1964 ist die Aquatimer-Kollektion ein fester Bestandteil der IWC-Uhrenfamilie. Ein neues und außergewöhnliches Mitglied der Linie ist der Aquatimer Chronograph Edition Galapagos Islands. Das mattschwarze, vollständig mit Kautschuk beschichtete Edelstahlgehäuse und das schwarze Zifferblatt mit seinen weißen Zeigern symbolisieren die schroffe, schwarze Küste der Galapagos Inseln. Die bis zwölf bar druckfeste Taucheruhr ist die Botschafterin einer Kooperation zwischen IWC und der auf den Galapagos-Inseln ansässigen Charles Darwin Foundation. In dem 44 Millimeter großen Gehäuse sorgt das hauseigene Kaliber 79320 für Zuverlässigkeit.

www.iwc.com
Jean Richard

Die neueste Kreation aus dem Hause Jean Richard brauchte fünf volle Jahre von der Idee bis zum ersten Prototypen – der Paramount Tourbillon Linear Power Reserve. Das massive Weißgoldgehäuse der Paramount in quadratischer Form ist von der gängigen Bauhaus Architektur der 1920er Jahre inspiriert und beherbergt das mechanische Manufakturwerk Sowind 99201 mit Automatikaufzug. Eine Besonderheit ist die lineare Anzeige der Gangreserve, die nötig wurde, um Platz für den viereckigen Tourbillonkäfig zu schaffen. Ein markanter Effekt ist die in Roségold farblich abgesetzte Brücke.

www.jeanrichard.com
Montblanc

Der Montblanc Star Nicolas Rieussec Monopusher Chronograph Open Date verdient nicht nur den Titel für den längsten Namen, sondern auch eine Auszeichnung für uhrmacherisches Können. Denn die Kurzzeitmessung erfolgt nicht mit Zeigern, die über das Zifferblatt wandern, sondern durch zwei kleine Skalenscheiben, die sich auf dem Zifferblatt drehen. Die gestoppten Sekunden und Minuten werden so mit Hilfe feststehender Zeiger abgelesen. In der Open Date Version geben Aussparungen die Sicht auf Teile des Montblanc-Manufakturwerks MB R110 frei, eine Weiterentwicklung des ersten Werkes MB RB100 aus eigenem Hause.

www.montblanc.com
Panerai

Im Rahmen der Kooperation von Ferrari und Panerai werden in diesem Jahr neben den Kollektionsmodellen zwei Sondereditionen lanciert. Eine von ihnen ist der auf 100 Exemplare limitierte, der Scuderia Ferrari gewidmete Chronograph. Auf sechs Uhr wird erstmals in der Geschichte von Panerai die rote Silhouette eines Ferrari-Formelwagens gezeigt. Das schwarze Stahlgehäuse der limitierten Edition ist im Diamond Like Carbon Verfahren glänzend beschichtet.

www.panerai.com
Parmigiani

Die Armbanduhr Tondagraph (Kaliber PF 354) vereint die Ästhetik eines Tourbillons mit den technischen Funktionen eines Chronographen. Zentrales Element des mit „Genfer Streifen“ (Côtes de Genève) verzierten Zifferblattes ist der Tourbillonkäfig auf der Sechs-Uhr-Position. Der Tondagraph wird in einer limitierten Auflage von 15 Exemplaren lanciert und ergänzt die neuen, modernen Formen der Marke Parmigiani Fleurier.

www.parmigiani.ch
Piaget

Vor 30 Jahren feierte eine Ikone des modernen Uhrendesigns ihre Premiere – die Polo Collection von Piaget. Mit dem Polo FortyFive Flyback Chronograph aus Titan zeigt Piaget eine neue Variante des Neo-Klassikers. Zusätzlich zur Anzeige der Stunden und Minuten bietet das Chronographenkaliber 880P mit Flyback-Funktion die Anzeige des Datums bei 12 Uhr, eine zweite Zeitzone im 24-Stunden-Format bei 9 Uhr und eine kleine Sekunde bei 6 Uhr. Zwei Federhäuser sorgen bei eingeschaltetem Chronographen für eine Gangautonomie von 50 Stunden.

www.piaget.com
Ralph Lauren

In diesem Jahr widmet sich nun auch Ralph Lauren erstmals dem Uhrenmetier. Mit gleich drei Kollektionen präsentiert sich die berühmte Marke der Uhrenwelt. Der Chronograph aus der Stirrup-Kollektion ist das herausragende Modell der vom Reitsport inspirierten Edition. Das in Platin gefertigte Gehäuse umhüllt das von Jaeger-LeCoultre beigesteuerte und von Ralph Lauren-Uhrmachern modifizierte Automatikwerk. Der Chronograph wird in einer auf 67 Exemplare limitierten Auflage herausgegeben, um an die Markengründung von Polo Ralph Lauren im Jahr 1967 zu erinnern.

www.ralphlauren.com

Text: J. Philip Rathgen
Fotos: Hersteller



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