Die Vintage Air Rally zelebriert die romantische Vorstellung vom Fliegen

Es ist nicht gängige Praxis, mit historischen Flugzeugen auf belgischen Stränden zu landen. Schließlich gibt es dort neben hohen Gebäuden auch starke Winde. Doch das schreckte die Teilnehmer der im Seebad Knokke-Heist abgehaltenen Vintage Air Rally nicht vor gewagten Stunts ab...

Im Gefolge eines steigenden Interesses für den historischen Flugsport wurde 2008 die Vintage Air Rally gegründet. Beim ersten internationalen Event flogen Flugzeuge mit Baujahren vor 1940 von Kreta nach Kapstadt in Südafrika. Zehn Jahre später stand mit dem in Belgien ausgeschriebenen STOL-Wettbewerb (für Short Take Off and Landing) eine für die Teilnehmer im Vergleich scheinbar einfache Übung auf dem Programm: Starten und Landen im kleinsten möglichen Abstand.

Die Theorie in die Praxis umzusetzen, gestaltete sich jedoch alles andere als einfach. Heftiger Gegen- oder Rückenwind forderten das ganze Können der Piloten, während das launische Wetter in Kombination mit den Gezeiten der Nordsee den Start verzögerten. Das Teilnehmerfeld wurde in verschiedene Kategorien aufgeteilt, darunter Eindecker, Vintage Eindecker und Vintage Doppeldecker – jede konfrontiert mit ihren eigenen Herausforderungen. 

Der Sieger der Klasse für historische Doppeldecker, Bernard Van Milders (im Bild), startete und landete seinen SV4 Doppeldecker im Abstand von lediglich 117,9 Metern. Das in den 1930er-Jahren in Belgien für die nationale Luftwaffe gebaute Flugzeug erwies sich noch genauso kompetent und rüstig wie in seinen jungen Jahren.

Als nächstes haben die Organisatoren für Juni 2019 eine Rallye von Dünkirchen nach Dover geplant. Die Vintage Air Rally zeigt, dass die Magie des Fliegens in Kombination mit der Begeisterung für alte Flugzeuge eine Menge Zuschauer anzieht. Ein wirklich einzigartiges Event mit großem Unterhaltungswert. 

Text und fotos: Thomas Snoeck