Fisker Karma S Concept: Saubere Wiedergeburt

Der kalifornische Newcomer Fisker Automotive präsentiert auf der NAIAS 2009 nicht nur die Serienversion der emissionsarmen Hybrid-Limousine Karma, sondern auch gleich einen Ausblick auf eine ebenso saubere Modellzukunft: Dank doppeltem Elektromotor und versenkbarem Hardtop sollen die Fahrer des Fisker Karma S Concept vor allem Strom und Pazifiksonne tanken.

Für das verfrorene Messepublikum eine verlockende Vorstellung. Doch zunächst steht der Produktionsstart des geschlossenen, viertürigen Fisker Karma im Zentrum des medialen Interesses. Denn abgesehen von der kalifornischen Elektro-Manufaktur Tesla Motors ist in Detroit nur wenig Serienreifes aus dem alternativen Antriebssektor zu vermelden. Bereits im viertel Quartal 2009 soll die Auslieferung des Viertürers beginnen. Der Startpreis liegt in den USA bei 87.900 US-Dollar (zum aktuellen Kurs rund 67.000 Euro), nach Verrechnung der amerikanischen Steuererleichterung für Hybrid-Automobile nur noch bei 80.400 US-Dollar (etwa 61.000 Euro). Seit der Prototyp des Fisker Karma im vergangenen Jahr in Detroit vorgestellt wurde, sind rund 1.000 Bestellungen für die Luxuslimousine mit Stromkabel eingegangen. Momentan arbeitet das kalifornische Start-Up-Unternehmen an der Errichtung eines weltweiten Händlernetzes.

Fisker Karma S Concept: Saubere Wiedergeburt Fisker Karma S Concept: Saubere Wiedergeburt

Die Technologie, auf die sowohl der serienreife Fisker Karma als auch das Fisker Karma S Concept zurückgreifen, stammt vom Entwicklungsunternehmen Quantum Technologies und wird unter dem Namen Q-Drive vermarktet. Q-Drive besteht aus zwei 204 PS starken Elektromotoren, die von einem Lithium-Ionen-Batteriepaket mit Energie versorgt werden. Im reinen Elektrobetrieb hat das Motorenpaket eine Reichweite von rund 80 Kilometern. Auf den ersten Blick erscheint das nicht gerade viel, doch Quantum-Chef Alan Niedzwiecki beschwichtigt: „Mehr als 60 Prozent der 200 Millionen amerikanischen Autofahrer legen täglich weniger als 80 Kilometer zurück. Mit Q-Drive und dem Fisker Karma können sie dies in Zukunft, ohne einen Tropfen Benzin zu verbrauchen.“

Fisker Karma S Concept: Saubere Wiedergeburt Fisker Karma S Concept: Saubere Wiedergeburt

Für die verbleibenden 40 Prozent ist die grüne Limousine dennoch mit einem 264 PS starken Zweiliter-Turbomotor mit Direkteinspritzung ausgestattet, der einen Zusatzgenerator befeuert und für Reichweiten bis 480 Kilometer sorgt. Der Benzinverbrauch liegt dann bei schmalen 2,4 Litern Treibstoff auf 100 Kilometer. Die Fahrwerte sind dagegen beachtlich: 5,8 Sekunden dauert der Sprint bis 100 km/h, im Elektromodus liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 153 km/h, im kombinierten Betrieb bei 200 km/h. Eine Gangschaltung gibt es nicht, die Elektromotoren stellen vom Start an ihr volles Drehmoment unterbrechungsfrei zur Verfügung. Aufladen lässt sich der Fisker Karma zudem an jeder beliebigen 220- oder 240-Volt-Steckdose. Wie lange das dauert, lässt Fisker bisher allerdings offen.

Karmafördernd klingen auch die Innenraumvarianten, die Fisker für seine Hybrid-Limousine zum Serienstart ankündigt: Der Kunde kann zwischen den Linien EcoBase, EcoSport und EcoChic wählen, letztere greift ausschließlich auf regenerative Rohstoffe zurück und verzichtet sogar auf tierische Materialien. Leder etwa wird ersetzt durch Viscose aus Bambusfasern. Was die Qualität der Ausstattung, aber auch die Motorisierung und Fahrleistungen angeht, wird das Fisker Karma S Concept bei einer zukünftigen Serienproduktion wohl nah an der Limousine bleiben. Details nennt Fisker in Detroit aber noch nicht. Zunächst soll wohl abgewartet werden, ob der Viertürer seine Absatzziele erfüllt und sich somit – ganz unspirituell gerechnet – für eine Wiedergeburt als Zweitürer mit faltbarem Hardtop qualifiziert.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Fisker Automotive



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