Ferrari FXX Evoluzione – Work in Progress

Von der Rennstrecke, für die Rennstrecke. Ferrari schickt die ultralimitierte FXX-Version des Enzo mit neuem Druck in die nächste Privat-Rennsaison. Der Ferrari FXX wurde zusammen mit den rund 20 Besitzern sowie dem Mehrfach-F1-Weltmeister Michael Schumacher komplett überarbeitet: Neben Modifikationen an Fahrwerk, Bremsen und Aerodynamik wurde auch der 6,3 Liter V12-Motor um 60 PS auf eine Maximalleistung von 860 PS hochgedreht.

Bereits im Juni 2005 hatte Ferrari das exklusive und streng limitierte Sportprogramm FXX für Vorzugskunden ins Leben gerufen: Für rund 1,5 Millionen Euro bekam eine kleine Gruppe von Auserwählten die Schlüssel für einen 800 PS starken Rennsport-Prototypen des Ferrari Enzo sowie die Möglichkeit, den eigenen Ferrari FXX in den nächsten zwei Jahren bei 14 Gruppentest-Sessions und 14 privaten, ebenfalls von Ferrari organisierten Track Days auf den besten Rennstrecken der Welt bis an die Grenzen der Technik zu treiben. Als prominente wie fachkundige Unterstützung traten neben den betreuenden Technikern und Ingenieuren aus der Scuderia Ferrari auch Michael Schumacher und Rubens Barrichello dem Chorps der zivilen Testfahrer bei. Rund 35.000 Rundenkilometer später stehen nun nicht nur die Ergebnisse der ersten Testphase fest, die Erkenntnisse über das Fahrverhalten des radikalsten Ferrari aller Zeiten wurden auch direkt umgesetzt – in den Ferrari FXX Evoluzione.

Ferrari FXX Evoluzione – Work in ProgressFerrari FXX Evoluzione – Work in Progress

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Überarbeitung des Motors: Die Drehzahl des 6,3 Liter V12-Triebwerks wurde um 1000/min erweitert; die maximale Leistung erhöhte sich gleichzeitig um 60 PS und ist nun mit 860 PS bei höllisch brüllenden 9.500/min verfügbar. Synchron wurden die Schaltzeiten des Sechsgang-Getriebes um 20 Millisekunden auf nur 60 Millisekunden reduziert. Auf der Hausstrecke Fiorano macht sich die Straffung bei den Rundenzeiten mit einem Gewinn von ganzen zwei Sekunden bemerkbar: Benötigte der Ferrari FXX noch 1 Minute 18 Sekunden für die Strecke, erreicht der Evoluzione eine Lap Time von 1 Minute 16 Sekunden. Neben dem Motor wurde auch die Traktionskontrolle überarbeitet: Über einen Schalter im Mitteltunnel lässt sich nun zwischen neun verschiedenen Traktions-Einstellungen wählen und somit das Fahrzeugverhalten auf die speziellen Erfordernisse der Strecke ausrichten – wenn nötig sogar von Kurve zu Kurve, wie in der Formel 1.



Gleichzeitig reagiert die Traktionskontrolle flexibler und individueller auf die Fahrweise der Piloten – angesichts der extremen Leistungen des Wagens und der unterschiedlichen Fähigkeiten der Privatfahrer eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Auch die Composite-Keramik-Bremsen von Brembo wurden überarbeitet, sie sind nun effizienter und doppelt so lange haltbar. Dank einer neuen Frontaufhängungs-Geometrie halten auch die 19"-Bridgestone-Reifen deutlich länger als zuvor. Während der zahlreichen Testfahrten wurde zudem an den Aerodynamikwerten gefeilt: Nachdem der Heckdiffusor sowie die Bespoilerung an Front und Heck modifiziert wurden, erhöhte sich der Anpressdruck um 25 Prozent. Ab kommendem Jahr bietet Ferrari als Ergänzung zur aktuellen Rückfahr-Kamera zwei weitere Kameras, die den Überblick aus dem Cockpit verbessern sollen und so weiteren aerodynamischen Verbesserungen den Weg ebnen sollen.

Ferrari FXX Evoluzione – Work in ProgressFerrari FXX Evoluzione – Work in Progress

Wie bereits beim Ferrari FXX gehört auch zum Evolutions-Paket die Teilnahme an insgesamt 12 internationalen Rennveranstaltungen in den kommenden Jahren 2008 und 2009. Zudem werden alle FXX-Modelle in beiden Jahren am traditionsreichen Saisonabschluss, den Ferrari World Finals, teilnehmen. Bei jedem der Events steht den Privat-Testpiloten ein 15-köpfiges Techniker-Team zur Seite. Und wie sein Vorgänger ist der Ferrari FXX Evo zwar weder für den offiziellen Rennsport, noch für den Straßenverkehr zugelassen – in den Sphären der „Chosen Few“, die sich den FXX leisten können, dürften derartige Verbote jedoch kaum Beachtung finden: Laut unbestätigten Internet-Gerüchten wurde in der Schweiz gerade ein Ferrari FXX der Straßenverkehrsbehörde vorgeführt – und für eine beachtliche Bearbeitungsgebühr mit dem legitimierenden Stempel im Fahrzeugschein versehen.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Ferrari



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