Falcon Motorcycles: Concept Ten

Zehn britische Motorrad-Legenden, zehn begehrenswerte Einzelstücke: Falcon Motorcycles in Los Angeles lässt aus den Rahmen und Motoren klassischer Brit-Bikes von Norton, Triumph oder Royal Enfield völlig neue Machinen entstehen. Die kunstvollen Kreationen sind in Hollywood heiß begehrt – doch nicht jeder Kunde wird genommen.

Wenn es um britische Nachkriegs-Motorräder geht, ist Ian Barry geradezu fanatisch. Dennoch war der Mitbegründer von Falcon Motorcycles lange Jahre auf der Suche nach dem perfekten Motorrad, ohne jemals fündig zu werden. Im April 2008 entschloss sich Barry zusammen mit seiner Mitstreiterin Amaryllis Knight, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen und aus den Teilen englischer Vintage Bikes der Jahrgänge 1930 bis 1960 etwas völlig Neues zu schaffen. Im Gegensatz zu den hochmodernen Interpretationen der englischer Cafe-Racer der Sechzigerjahre, mit denen die Ellis Pitts Marke Mac Motorcycles gerade in den Retro-Markt drängt, hat Barry jedoch keine Massenproduktion im Sinn. Im Gegenteil: Gerade einmal zehn Maschinen sollen in der Serie „Concept Ten“ entstehen – allesamt Unikate, in aufwändigster Handarbeit aufgebaut, und ausschließlich an Kunden verkauft, die sich auch dem ideellen Wert einer Falcon bewusst sind. Wer bei einem persönlichen Vorgespräch mit Barry nicht genügend Wertschätzung für Ästhetik und Heritage vorweisen kann, bekommt auch keine Falcon. Ganz einfach.

Falcon Motorcycles: Concept Ten Falcon Motorcycles: Concept Ten

Im grundegenommen sind die Motorräder eine Hommage an die britischen Gentlemen einer zivilisierteren Ära – und eine Antithese zu den muskelbepackten Custom Bikes unserer Zeit. Ian Barrys kunsthandwerklicher Ansatz vereint Integrität mit einer Philosophie der perfekten Form, ausbalancierten Assymetrie und Funktionalität. Die Idee hinter der Zehner-Serie ist dementsprechend, die Essenz der klassischen Maschinen, die ihren Weg oftmals nur noch als verrottete Metallskelette in den Falcon-Workshop in Downtown Los Angeles finden, zu filtern, zu rekonstruieren und schließlich mit einer eigenen Aura und modernisierter Technik zurück auf die Straße zu schicken. Die Bauteile werden aus der ganzen Welt zusammengetragen, zum Großteil aber von Grund auf neu gefertigt. Der Umbau funktionierender Motorräder ist dagegen tabu. Kein Wunder also, dass der Aufbau einer Falcon gut und gerne 900 Arbeitsstunden dauern kann.

Die erste von zehn Falcon Motorcycles wurde bereits vollendet: Die Falcon Bullet wurde im Auftrag des US-Schauspielers Jason Lee (My Name is Earl, Vanilla Sky, Almost Famous) nach dem Vorbild einer Triumph Broad Track Racer auf Maß gefertigt – und 2008 sofort von Jesse James mit dem „Best Custom Motorcycle Award“ ausgezeichnet, ohne zuvor am Wettbewerb teilgenommen zu haben. Die Nummer zwei, eine Falcon Kestrel, befindet sich momentan im Aufbau – sie wird die letzte Triumph-Interpretation sein. Für die weitere Serie stehen klassische Motorrad-Rahmen von Norton, Velocette, Ariel, BSA, Matchless, Royal Enfield, Brough Superior und Vincent bereit. Wer eines der zukünftigen Exemplare mit gestalten und besitzen möchte, sollte schnellstmöglich einen Flug nach Los Angeles buchen und einen Gesprächstermin mit Ian Barry vereinbaren – oder sich in die Schlange der Petrolheads einreihen, die bereits vor den schweren Eisentoren von „The Falconry“ wartet.

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Weitere Informationen finden Sie unter www.falconmotorcycles.com.

Text: Jan Baedeker
Foto: Falcon Motorcycles


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