Falcon Kestrel: Concept Two of Ten

Ian Berry von Falcon Motorcycles in Los Angeles fertigt aus britischen Vintage-Bikes von Norton, Triumph oder Royal Enfield völlig neue Maschinen. Jetzt wurde das zweite von insgesamt zehn Unikaten enthüllt – die Falcon Kestrel, eine atemberaubende Triumph-Interpretation.

Schon Ian Berrys erste Kreation schlug in der kalifornischen Motorrad-Szene hohe Wellen: Die Falcon Bullet, eine kunstvoll und in aufwändiger Handarbeit überarbeitete Triumph Thunderbird von 1950, bereitete 2008 den Auftakt für die streng limitierte Unikat-Serie „Concept Ten“ (Classic Driver berichtete). Auftraggeber war der motorradbegeisterte Schauspieler Jason Lee – und schnell begannen sich auch andere Hollywood-Sterne für die Cafe-Racer aus der „Falconry“ in Downtown Los Angeles zu begeistern. Doch Berry ist wählerisch. Wer nicht genügend Wertschätzung für Ästhetik und Heritage vorweisen kann, bekommt auch keine Falcon. Zwei Jahre, 2.000 Arbeitsstunden und zahllose schlaflose Nächte später ist nun die zweite Kreation aus Berrys Konzeptserie zu bestaunen: Die Falcon Kestrel, benannt nach einer Falkengattung, basierend auf dem Motorblock einer Triumph Bonneville von 1970.

Falcon Kestrel: Concept Two of Ten Falcon Kestrel: Concept Two of Ten

Abgesehen von dem Triumph-Triebwerk ist die Kestrel eine Kombination historischer und selbst hergestellter Teile. Den Rahmen der Maschine konstruierte Berry in Eigenregie, bei der Schweißtechnik ließ er sich von einem Restaurator beraten, der gerade den Porsche 550 mit Chassis-Nummer 001 restauriert hatte – eine Koryphäe. Auch die Anbauteile, der Öltank, der Sitz, die Schutzbleche, die Motorlager, die Bremsen und die Aufhängung wurden von Berry in mühsamer Handarbeit hergestellt. Nur die Kraftübertragung von BSA, die 21-Zoll-Räder und die Dunlop-Reifen stammen von anderen Maschinen. Über den Preis der Falcon Kestrel möchte der 37-jährige Konstrukteur nicht sprechen. Dafür offenbarte er jüngst der Los Angeles Times jenes Schlüsselerlebnis, das seine Begeisterung für britische Motorräder einst erweckte: „Ich war 12 Jahre alt, kam gerade aus der Schule, als ich fast von einem Konvoi lärmender und dröhnender Motorräder überfahren wurde. Ich erkannte eine Triumph, eine Norton, umgeschlagene Jeans, Leopardenprints. Ich hatte keine Ahnung, wer diese Leute waren – aber es war das Coolste, was ich jemals gesehen hatte.“ Berry arbeitet momentan am dritten Unikat der „Concept Ten“-Serie, einer 1951er Vincent Black Shadow.

Weitere Informationen finden Sie unter www.falconmotorcycles.com.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Falcon Motorcycles


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