Fünf Fragen an: George Bamford, Uhrendesigner

Fünf Fragen an: George Bamford, Uhrendesigner

George Bamford liebt und sammelt Uhren – und hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Vor rund zehn Jahren gründete der junge Brite das Bamford Watch Department. In seinem Atelier individualisiert er Luxusuhren von Audemars Piguet bis Omega, ohne dabei die DNS der jeweiligen Modelle zu zerstören. Classic Driver traf den Unternehmer in seinem Londoner Atelier.

Herr Bamford, dass Bamford Watch Department personalisiert wertvolle Uhren. Allen gemein ist die schwarze Farbe des Gehäuses. Woher stammt diese Liebe für das Schwarz?

Zu meinem 18. Geburtstag hat mir mein Vater eine Vintage Rolex Daytona mit schwarzem Zifferblatt geschenkt. Ich habe diese Uhr geliebt und war sehr stolz, diese Uhr zu tragen – es war etwas ganz Besonderes für mich. Einige Jahre später saß ich bei einem größeren Dinner an einem Tisch, an dem sechs andere Herren fast die identische Uhr mit schwarzem Zifferblatt trugen. Auch wenn ich ein absoluter Rolex-Freak bin, zeigte mir dieses Erlebnis, dass alte Rolex etwas von ihrem Raritätenstatus verloren haben. Also beschloss ich durch Designveränderungen diese Uhren zu Individualisieren. So haben wir beschlossen, die Gehäuse bekannter Uhren durch eine spezielle Beschichtung zu schwärzen.

Mit welchen Uhren haben Sie begonnen?

Wir haben mit zwei Uhren angefangen: einer Vintage Rolex Submariner und einer historischen Omega Speedmaster. Beide Uhren haben wir während der Sommerferien auf Sardinien am Arm getragen – am Ende des Urlaubs hatten wir 15 Bestellungen für personalisierte schwarze Uhren

Fünf Fragen an: George Bamford, Uhrendesigner Fünf Fragen an: George Bamford, Uhrendesigner

Aber war es nicht genau die Zeit Anfang 2000, als laute, goldene Uhren im Trend waren?

Völlig richtig! Es war die Zeit, als größer und goldener absolut in Mode war. Erinnern Sie sich doch nur an den Bling-Bling-Trend, der aus den USA nach Europa herüberschwappte. Je lauter, desto besser! Meine Idee war eine Umkehrung des Bling-Bling! Die von mir individualisierten Uhren sollten unaufgeregt, bescheiden daher kommen. Das ist im Übrigen auch ein Grund, warum alle Uhren aus dem Bamford Watch Department schwarz sind.

Aber dennoch sorgen Ihre schwarzen Uhren für Aufmerksamkeit. Wie passt das zusammen?

In meinen Augen ist diese Art der Aufmerksamkeit eine völlig andere. Wenn Sie eine mit Diamanten übersäte Uhr sehen, erweckt diese eine offensichtliche, fast vulgäre Aufmerksamkeit. Meine Uhren hingegen sorgen eher unterschwellig für Aufsehen. Ich nenne unsere Uhren immer „Underground-Watches, die erst auf den zweiten Blick wirklich zeigen, was sie sind. Da sehe ich schon bedeutende Unterschiede.

Fünf Fragen an: George Bamford, Uhrendesigner

Wie muss man sich die Entstehung einer Uhr aus dem Bamford Watch Department vorstellen?

Zum Einen haben wir unsere feste Kollektion, in der wir unter anderem Rolex Submariner, Royal Oak oder Patek Nautilus anbieten. Kunden können aber auch ganz individuelle Wünsche äußern, die wir gemeinsam mit den Klienten besprechen. Hierzu kommen die Interessenten oft in unser Kreativ-Department in London, wo man sich von Büchern oder sonstigen schönen Dingen inspirieren lassen kann. Ist die Skizze fertig, beginnen unsere Uhrmacher mit der Arbeit das gewünschte Uhrenmodell zu personalisieren. Allerdings gibt es auch Grenzen, die wir aus Respekt vor der Geschichte der Marken nicht überschreiten.

Interview: J. Philip Rathgen
Fotos: Bamford Watch Department