Englandtreffen im Ofenwerk: Die Briten sind los!

„Time to celebrate!“ Britische Geburtstage am laufenden Band: 100 Jahre Morgan, 50 Jahre Mini, 50 Jahre Jaguar MK II, 50 Jahre Austin Healey und 111 Jahre Donald Healey. Rund 1.000 Enthusiasten der britischen Marken feierten am dritten Septemberwoche 2009 im Nürnberger Ofenwerk ihre Ikonen und machten dabei deutlich: Britishness is in!

Philipp Heerdegen aus St. Gallen ist ein Genießer. „Ich habe mich am gestrigen Morgen in meinen Austin-Healey gesetzt, das Verdeck zurück geklappt und bin in aller Ruhe vom Bodensee über gewundene Landstraßen hierher nach Nürnberg gefahren“, berichtet der sympathische Schweizer im weißen Cricket-Pullover gegenüber Classic Driver. Bei bestem Spätsommerwetter und mit dem passenden Fahrzeug ist eine solche Fahrt tatsächlich ein automobiler Hochgenuss. Heerdegen hat einen weiß roten Healey BN6 100/6 MkI aus dem Jahre 1959 zum Englandtreffen ins Nürnberger Ofenwerk gelenkt.

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Damit gratuliert Heerdegen quasi doppelt: Einerseits Donald Healey, der in diesem Jahr 111 Jahre alt geworden wäre, und andererseits wohl seinem bedeutendsten Fahrzeugtyp, dem klassischen Healey Roadster, der seit 50 Jahren nicht nur britische Automobil-Enthusiasten begeistert. Philipp Heerdegen hat das Glück, ein sehr frühes Fahrzeug aus dem Geburtsjahr des Klassikers sein Eigen zu nennen.

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Doch bei dem einen Austin-Healey blieb es am 19. September 2009 im Ofenwerk natürlich nicht. Tatsächlich fuhren reichlich Healeys und auch andere englische Oldtimer auf dem ehemaligen Werksgelände von Initiator Peter Riedhammer vor. Insgesamt kamen rund 200 Klassiker und automobile Raritäten beim ersten „Englandtreffen“ aus Deutschland, Österreich und eben der Schweiz zusammen. Aus dem benachbarten Erlangen rollte der Bell Aurens Longnose vor, den Classic Driver vor kurzem bereits ins Visier nahm.

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Neben den Healey-Geburtstagen standen bei dem Treffen noch weitere bedeutende Jubiläen auf der Agenda: 100 Jahre Morgan, 50 Jahre Mini und 50 Jahre Jaguar Mk II. Auch Alvis TA 14, Triumph Roadster und Rolls-Royce wurden beim Auflauf der Briten gesichtet.

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Die rund 1.000 Besucher des Treffens umliefen dabei nicht nur die angereisten Automobil-Klassiker, sie schlenderten auch über das rund 10.000 Quadratmeter große Ausstellungsgelände des Ofenwerks. Die rund 30 Fachwerkstätten und vielfältigen Dienstleister luden während des Englandtreffens zum Gucken, Stöbern und zu Benzingesprächen ein. Passend zum Motto des Tages sorgte das Bistro mit englischen Speisen für das leibliche Wohl der Gäste. Vom britischen Frühstück bis hin zum Nationalgericht „Fish and Chips“ gab es alles, was Anglophile mögen. Natürlich durfte auch die klassische Teatime nicht fehlen. Zum Earl Grey wurden traditionelle „Scones und clotted Cream“ serviert. Neben den kulinarischen Köstlichkeiten lud Michael Gradls Whisky-Stand zur Verkostung feiner Sorten aus Schottland, Irland und England ein. Der „Gambling Man“ und „Charley Chaplin“ brachten britischen Charme ins Treffen ein.

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Höhepunkt des Tages war die Prämierung der drei schönsten englischen Fahrzeuge des Englandtreffens, die von einer fachkundigen Jury bewertet wurden. Den ersten Platz belegte der Jaguar Mk II, Baujahr 1964, von Werner Tillmann. Ofenwerk Inhaber Peter Riedhammer ehrte die Gewinner mit eigens für das Englandtreffen angefertigten Trophäen. Spätestens mit der Pokalübergabe wurde deutlich: Nicht nur die Hanseaten können „british“ , auch in Nürnberg und bei Schweizern wie Philipp Heerdegen kommt der englische Stil an. Und wer sich bei weiteren Event-Highlights vom „British way of Drive“ gerne selbst überzeugen möchte, der sollte sich im nächsten Jahr unbedingt in Rosmalen und auch in St. Moritz umsehen.

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Text & Fotos: Mathias Paulokat


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