Einzigartiger Rolls-Royce Phantom "Vutotal" beim Fairfield Concours 2010

Beim Fairfield County Concours d’Elegance in Westport, Connecticut, wird am 12. September ein äußerst seltener Rolls-Royce zu sehen sein. Der Pariser Carrossier Henri Labourdette hatten dem Phantom III Mitte der 1940er Jahre eine atemberaubend aerodynamische Hülle gestaltet.

Ursprünglich hatte der Karosseriebetrieb Hooper and Co. den Rolls-Royce Phantom III mit Chassisnummer 3DL120 bereits 1938 mit einer wundervollen „Secanca de Ville“-Karosserie ausgestattet. 1939 wurde der Wagen in Brüssel, Amsterdam, auf dem Genfer Salon und sogar bei Weltausstellung in New York ausgestellt. In den 1940er Jahren entschied sich der damalige Besitzer jedoch, den Rolls-Royce erneut zum „Schneider“ zu schicken. Die Wahl fiel auf Henri Labourette in Paris – ein Meister seines Fachs und dabei sehr experimentierfreudig. Für 44.000 US-Dollar, damals eine äußerst beachtliche Summe, entwickelte Labourette ein aerodynamisches Gesamtkunstwerk, dem man den Rolls-Royce nur noch mit Mühe ansieht: Statt des traditionellen Rolls-Kühlergrills wählte der Carrossier einen stromlinienförmig nach hinten gewölbten Kühler, der – wie zahlreiche weitere Details der Karosserie – vergoldet wurde. Passend zum schnittigen Kühler endete die Wagenform mit einem markanten Boat-Tail.

Einzigartiger Rolls-Royce Phantom "Vutotal" beim Fairfield Concours 2010 Einzigartiger Rolls-Royce Phantom "Vutotal" beim Fairfield Concours 2010
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Charakteristischstes Merkmal der Art-Déco-Symphonie war jedoch die dicke „Vutotal“-Windschutzscheibe, die ohne jegliche Rahmen auskam und dem Fahrer uneingeschränkte Sicht garantierte. „Als der Wagen die Manufaktur von Labourette verließ, war das Staunen groß“, berichtet Bill Scheffler, Gründer des Fairfield County Concours. „Die Formen wirkten derart futuristisch, dass die Leute Ihren Augen kaum trauten.“ Über die Jahre hat der Rolls-Royce „Vutotal“ mehrfach den Besitzer gewechselt – im Stammbuch findet sich ein New Yorker Schönheitschirurg, ein Drogendealer, der später in einem kubanischen Gefängnis landete, und ein Erbe des Mars-Schokoriegelimpreiums. Im Winter 2005 erwarb schließlich der Sammler John W. Rich aus Pennsylvania den Rolls-Royce für sein Automobilmuseum.

Weitere Informationen zum Fairfield County Concours d’Elegance 2010 finden Sie unter www.fairfieldcountyconcours.com.

Text: Jan Baedeker
Fotos: Fairfield County Concours


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