Eine Serata im Zeichen des Stiers



Im Rahmen des jährlichen Festes „Fiera delle Pere“ im Geburtsort Ferruccio Lamborghinis fand ein Spektakel der besonderen Art statt: Der Bildhauer Salvatore Amelio hat eine Skulptur zu Ferruccios Ehren geschaffen und deren Enthüllung wurde mit der Premiere eines Musiktheaters geadelt

Die Skulptur spiegelt das Lebenswerk Ferruccios und die Bedeutung des Toros für ihn. Kraftvoll schwingt sich der Stier aus dem Traktor empor und weist so zum einen auf die Bodenständigkeit und das mühsame Tagwerk hin und spiegelt zum anderen die Träume „nach mehr...“ wider. Die Statue macht das italienische Motorvalley um eine kulturelle Attraktion reicher.

Eine Serata im Zeichen des StiersEine Serata im Zeichen des Stiers

Um dieses Lebenswerk und die Bedeutung des Stiers rankt auch der Inhalt des Musiktheaters von Lorenzo Guandalini. Beginnend mit einem Monolog über die Kraft des Stiers, seiner Symbolik aber auch der Gefahr, die von ihm ausgehen kann, wurden die einzelnen Lebensabschnitte - private und berufliche - Ferruccio Lamborghinis erzählt: Geboren 1916 im Zeichen des Stiers (28.04.), aufgewachsen in landwirtschaftlichem Umfeld studierte er Maschinenbau in Bologna. Während des 2. Weltkriegs reparierte er für die Luftwaffe Fahrzeuge. Nach dem Krieg kaufte er Militärfahrzeuge auf und baute sie zu landwirtschaftlichen Geräten um - Schwerter zu Pflugscharen. Damit legte er den Grundstein für den Erfolg seiner Firma Lamborghini Trattori, die als Logo sein Sternzeichen führt. Privat blieb ihm das Glück zunächst nicht treu - seine erste Frau Clalia Monti, Mutter seines Sohnes Tonino, verstarb früh.



In den 60ern dann eine Wende: Ferruccio, immer schon ein Mensch, der Kraft und Schnelligkeit liebte, gründete nach einem legendären Disput mit Enzo Ferrari 1963 Automobili Lamborghini, um Sportwagen zu produzieren. Sein erstes Auto, der 350 GT, wurde gefolgt von Legenden wie dem Miura oder dem Countach.

Aber das Leben ist nicht immer einfach und in den 70ern verkaufte er seine meisten Firmen und lies sich - quasi im „Un“-Ruhestand - im Süden Italiens in der Nähe Perugias nieder und wurde ein sehr geachteter und anerkannter Winzer. Aber der Stier lies ihn nicht los, seinen Wein nannte er „Blut des Miura“. Auch fand der Witwer eine neue Liebe und heiratete wieder, Maria Theresa. Im Februar 1993 starb er in Perugia.

Eine Serata im Zeichen des StiersEine Serata im Zeichen des Stiers

Dieses Leben bietet Stoff genug für mehrere Bühnenstücke! Lorenzo Guandalini verstand es, dieses Leben anschaulich zu unterteilen. Die einzelnen Abschnitte wurden durch die passende Musik gegliedert, vorgetragen durch Elena Rubio und einem kleinen Orchester (arrangiert von Claudio Castellari). Allora, so kann eine Serata im Zeichen des Stiers unter dem nächtlichen Himmel Centos aussehen!

Die nächste Gelegenheit, dieses Spektabel zu erleben, ist am 30. Juli in Riccione.

Text: Barbara Leonhardt
Fotos: Nanette Schärf



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