Die Stars der RM-Auktion „Automobiles of London“ 2011

1955 Alfa Romeo 1900 C SS Berlinetta by Zagato: £280,000 - 340,000

Im vergangenen Jahr stand der Aston Martin von James Bond im Zentrum der Londoner RM-Auktion. Doch die Höhepunkte der diesjährigen Versteigerung am 26. Oktober im Battersea Evolution sind kaum weniger spektakulär.

Mehr als 100 klassische Automobile finden sich im Auktionskatalog – viele von ihnen genießen längst Ikonen- und Legendenstatus. Allein die Leistung des europäischen RM-Teams, zwei Autos wie den Ferrari 750 Monza von 1955 und den Ferrari 250 GT LWB Tour de France in einer Auktion zusammen zu bringen, verdient Hochachtung. Schließlich ist das kanadische Auktionshaus – man mag es kaum glauben – erst im fünften Jahr diesseits des Atlantiks vertreten. Beginnt man die Lektüre des Katalogs alphabetisch, stößt man zunächst auf ein AC 428 Frua Drophead Coupé von 1969, dessen Schätzpreis mit 120.000 bis 155.000 Pfund Sterling beziffert wird – und endet schließlich mit drei leuchtend roten Triumph TR, deren jüngstes Exemplar, ein TR5 von 1967, mit 25.000 bis 30.000 Pfund recht günstig zu haben ist.

1955 Ferrari 750 Monza: £1,550,000 - 1,800,000

Auf den AC folgen jedoch zunächst einmal die Klassiker von Alfa Romeo. Höhepunkt ist ein 33-3 TT von 1972, der mit 525.000 bis 575.000 Pfund eingeschätzt wird. Doch auch die beiden Alfa 1900 C sind keineswegs Stangenware: Beide Modelle trennen nicht nur zwei Jahre, sondern auch der magische Modellzusatz Zagato, der dem 1955 gebauten Modell mit „Double-Bubble Roof“ einen Schätzpreis von 280.000 bis 340.000 Pfund einbringt, während das Super Sprint Coupé von 1957 für 70.000 bis 90.000 Pfund gehandelt wird. Ein deutlich hochpreisigerer Vertreter italienischer Sportlichkeit ist dagegen der Ferrari 750 Monza, der laut RM zwischen 1,55 und 1,8 Millionen Pfund liegen dürfte. Der Dreiliter-Vierzylinder-Sportwagen trägt das wichtige Zertifikat von Ferrari Classiche – und ist unserer Meinung nach eine sichere Eintrittskarte für das Goodwood Revival 2012. Auch bei der Mille Miglia oder der Le Mans Classic hat man mit diesem Ferrari sicherlich gute Karten. Jedoch sollte der künftige Besitzer die ursprüngliche Lackierung im Farbton „Dodge Lancer Royal Blue“ wieder herstellen lassen. Geschmackssache.

1970 Maserati Ghibli 4.9 SS Spyder: £140,000 - 170,000 1966 Lamborghini 350GT: £160,000 - 200,000

Im Ferrari-Feld finden sich darüber hinaus der bereits erwähnte Ferrari 250 GT LWB Tour de France – verglaste Scheinwerfer, Classiche-Zertifikat, 2,0 bis 2,4 Millionen Pfund –, ein Ferrari 275 GTB von 1966 für 640.000 bis 700.000 Pfund sowie ein Ferrari 250 GT Lusso von 1964 für 400.000 bis 480.000 Pfund. Aus Modena stammen dagegen vier Sportwagen: ein Maserati Ghibli 4.9 SS Spyder von 1970 für geschätzte 140.000 bis 170.000 Pfund, ein restaurationsbedürftiger Maserati Mexico von 1972 für 35.000 bis 45.000 Pfund, ein Maserati Mistral 400 Coupé für 60.000 bis 80.000 Pfund und ein Maserati Trofeo Light von 2005 für 120.000 bis 160.000 Pfund.

1961 Aston Martin DB4GT: £780,000 - 880,000

Aston Martin hat sich in den letzten Jahren durch stark anziehende Auktionspreise einen Namen gemacht. RM hat aus diesem Grund ein stolzes Angebot von einem vollen Dutzend der klassischen GTs für London aufgefahren. Mit 780.000 bis 880.000 Euro am höchsten bewertet ist ein Aston Martin DB4GT von 1961, gefolgt von zwei DB5 im Segment zwischen 22.000 und 360.000 Euro. Auch ein Vorkriegs-Aston ist dabei – der 15/98 von 1938 ist mit 125.000 bis 150.00 Pfund jedoch deutlich günstiger geschätzt als seine französischen Zeitgenossen, ein Bugatti Type 46 „Petit Royale“ von 1930 (450.000 – 550.000 Pfund) und ein Bugatti Type 57 Stelvio Cabriolet mit Gangloff-Karosserie von 1937 (300.000 – 375.000 Pfund).

1937 Bugatti Type 57 Stelvio Cabriolet by Gangloff: £300,000 - 375,000 1935 Avions Voisin C25 Clairiére Cimier: £270,000 - 320,000

Das Dreißigerjahre-Triptychon komplettieren zwei der elf angebotenen Mercedes – ein zweitüriger Mercedes 130 W23 von 1934 und eine Mercedes 200 W21 „Sonnenscheinlimousine“, beide geschätzt auf 45.000 bis 55.000 Pfund. Die restlichen Stuttgarter Angebote stammen aus den 50er bis 70er Jahren, als der Name Mercedes noch für unerschütterliche Qualität und felsenfeste Bauart stand. Natürlich findet sich im Katalog der legendäre 300 SL als Flügeltürer und Roadster, spannender finden wir jedoch einen Mercedes 600 Pullman, der als Scheunenfund eine komplette Restauration bedarf und deswegen für nur 20.000 bis 30.000 Pfund zu haben ist. Obwohl man sich bei manchem Schätzpreis nicht zu sicher sein sollte: 2009 war ein ähnlich bewerteter Pullman Landaulet nach spannendem Bieter-Derby für 308.000 Pfund verkauft.

1938 Jaguar SS 100 3.5-Litre: £310,000 - 380,000 1969 Mercedes-Benz 600 Pullman Limousine: £20,000 - 30,000

Typische Classic-Driver-Sportwagen, mit denen man eigentlich nichts falsch maschen kann, sind derweil ein Facel Vega Facel II von 1964 (190.000 bis 240.000 Pfund), ein Jaguar XK120 SE Roadster mit „Matching Numbers“ von 1953 (75.000 bis 95.000 Euro) und ein Porsche 356 A Carrera GS Coupé von 1958 (225.000 bis 275.000 Euro). Und auch das 25 Maschinen umfassende Angebot der Motorräder beeindruckt – allen voran eine MV Agusta 750S von 1973 für geschätzte 40.000 bis 48.000 Pfund.


Die RM-Auktion „Automobiles of London“ findet am 26. Oktober 2011 im Battersea Evolution in London statt. Alle Angebote der Auktion finden Sie im Classic Driver Automarkt. Weitere Informationen gibt es auf der Website www.rmauctions.com.

Text: Steve Wakefield
Fotos: RM Auctions