Die 13. Ennstal-Classic 2005

Ennstal Classic – das bedeutet drei Tage Volksfeststimung und Ausnahmezustand im malerischen Gröbming und der Steiermark. Das Ennstal ist dann Mittelpunkt Klassik–Szene. Tausende begeisterte Zuschauer entlang der Strecke und in den Etappenorten gehören ja mittlerweile schon zum allgemeinen Bild der Rallye. Sportlich übertrifft sich die „Mille Miglia der Alpen“ Jahr für Jahr aufs Neue.

Die 13-jährige Geschichte der Ennstal-Classic wird von einem Mann dominiert – Rudolf Schraml. Jetzt gewann der Chef einer Glasfabrik zum vierten Mal die Ennstal Classic, zusammen mit seinem Navigator Helmut Artacker. Dieses Jahr erfuhren die beiden einen Vorsprung von 3,24 Sekunden auf den ex–Rallyeprofi Rauno Aaltonen und Michael Höll. Eine große Ehre wurde den Siegern bei der Zieldurchfahrt zu teil, kein geringerer als Emerson Fittipaldi und TAG-Heuer Boss Jean-Christophe Babin waren die ersten Gratulanten. Schraml nach dem Rennen: „Ich freue mich wie nie zuvor in meinem Leben. Aber wir hatten Glück. Wenn die Wawroneks nicht Freitag Abend die letzte Sonderprüfung verhauen hätten, wären wir kaum Sieger geworden.“

Was war passiert? Das Team Wawronek ging mit dem verschwindend Geringen Rückstand von nur 17/100 auf die Ersten Schraml und Artacker in Moosheim an den Start der letzten Sonderprüfung. Die letzte Sonderprüfung führte bei Nacht nach Gröbming hinauf. Die Sollzeit für das 2.49 km lange Bergrennen war 3,03 Minuten. Die Teilnehmer waren schon recht müde, denn nach bereits 588 zurückgelegten Kilometern schwindet schon mal die Konzentration. Walter Wawronek: „Es war meine Schuld, ich verwechselte die 100 Meter Tafel mit der Ziellinie, damit haben wir uns um den möglichen Ennstal-Sieg gebracht.“ So konnte Rudolf Schraml seinen Ferrari 275 GTS zum Sieg führen, vor dem Porsche 911S von Rauno Aaltonen.

Rauno Aaltonen, der Rallye-Professor, der nach dem Nachtprolog in Führung lag, resümierte: „Es war eine tolle Rallye, der Freitag hatte Format, er war lang und schwierig. Die Routenführung ist eine der Besten, die ich jemals bei der Ennstal gefahren bin. Wenn manche sagen, die Ennstal ist zu schwierig geworden und eine Sonderprüfung wie in Grossegg wäre für den 50er Schnitt nicht zumutbar, so kann ich nur sagen: ändert nichts an der Ennstal, sie setzt in jeder Hinsicht Maßstäbe.“

Trotz schlechter Prognosen herrschte ideales Rallyewetter. Der Nachtprolog konnte regenfrei gefahren werden und auch die 12 Stunden lange Tauernrunde startete am Morgen über den Sölkpass bei wolkenlosem Himmel. In den Etappenorten wie Bad Aussee (Nachtprolog) St. Michael, Leoben und Spital am Pyhrn wurde der Rallye-Konvoi von fünf bis achttausend Zuschauern begrüßt.

Immer mehr steht die Ennstal Classic auch für gute „Side Events“ der Sonderklasse, so dieses Jahr geschehen vom RAT PAC Team. RAT PAC steht für Racing And Tradition People And Cars, was unterm Strich nichts anderes bedeutet, als dass RAT PAC nicht nur ein Team ist, das bei Classic Rallyes an den Start geht, sondern vielmehr auch eine Plattform um Er-fahung zu Er-leben.

Die im Ennstal erstmals zum Einsatz gekommene RAT PAC Lounge – ein Treffpunkt zum Meinungsaustausch, zum Kennen lernen und zum Genießen, fand bei den geladenen Gästen sehr großen Anklang. In gemütlicher Atmosphäre tauschten sich die Gäste bei kulinarischen Highlights über die am Tage erlebten Eindrücke in den von Rat Pac organisierten 10 Oldtimern aus und ließen den Tag mit einem schönen Glas Wein und einer Zigarre ausklingen.

Stargast der 13. Ennstal Classic war Emerson Fittipaldi als er während des Tag Heuer Grand Prix am Samstag in Gröbming die letzten beiden Runden mit einer Jochen Rindt-Flagge drehte, waren die Sympathien auf seiner Seite. Bei dem einen oder anderen Enthusiasten soll man sogar Tränen in den Augen gesehen haben. Emerson selbst konnte seine Emotionen nicht verbergen: „Es war ein Tag, den man sich um kein Geld der Welt kaufen kann. Ich in meinem ersten Formel 1 Wagen, im Auto von Jochen, mit dem Helm von Jochen, das Ganze in einer wunderbaren Kulisse, es war wirklich ein magic afternoon... !“

Weitere Informationen gibt es unter www.ennstal-classic.at.

Text: Heinz Swoboda / Ennstal Classic
Fotos: Heinz Swoboda / Ennstal Classic


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