Das Regenchaos in der „Grünen Hölle“

Vor über 200.000 Zuschauern wurde am vorletzten Wochenende eines der größten Motorsport-Events ausgetragen. Über 1.500 Fahrer, über 600 Rennwagen und über zehn Rennserien zeigten an fünf Tagen Motorsport vom Feinsten auf der legendären Rennstrecke rund um die Nürburg.

Der zweite Lauf des FHR Historischen Langstrecken Cups 2004 fand am Freitag vor einer gigantischen Zuschauerkulisse statt. Und Allen wurde spannender Motorsport geboten. Zusammen mit den Youngtimern und dem Porsche Cup gingen die 52 Fahrzeuge der FHR an den Start. Insgesamt 211 Rennwagen umfasste das gesamte Starterfeld.



Das Wetter zeigte sich bis Freitag von seiner schönsten Seite. Doch wer die Eifel kennt, muß mit dem Schlimmsten rechnen. Und es kam noch schlimmer! Am Start war die Strecke noch trocken, doch dunkle Wolken kündigten Verhältnisse an, die in der zweiten Runde für Chaos in der Boxengasse sorgten – starker Regen setzte innerhalb von Sekunden den gesamten Kurs unter Wasser.

Die meisten Fahrzeuge der Youngtimer und des Porsche Cups starteten mit Slicks. Die Folge war massig kaltverformtes Blech auf der über 25 Kilometer langen Strecke. Die Fahrzeuge des Historischen Langstrecken Cup, die reglementbedingt mit profiliertem Gummi unterwegs sind, hatten hier einen beträchtlichen Vorteil. Es war ein Vergnügen mit anzusehen, wie zum Beispiel der alte Triumph TR 4 des Teams Meinrenken aus Hamburg den bärenstarken Porsche aus den 80er Jahren davon fuhr.

Auch der Jaguar E-Type des Gastfahrers Marcus Graf von Qeynhausen hatte nach anfänglichem Pech bei diesen Wetterbedingungen die Nase vorn. In der Einführungsrunde riss der Gaszug und der bullige Rennwagen mußte gleich zur Reparatur in die Box fahren. Nach kurzem Aufenthalt hechtete der elegante Jaguar dem Feld hinterher und machte im Schauer Platz um Platz gut.



Team Trojan/Lindenbaum, die Favoriten dieser Rennserie, zeigten den vielen Zuschauern Ihr Können und fuhren stets in der Spitzengruppe mit. Sie bewegten den BMW 2002, Baujahr 1971, so schnell um den Kurs, dass die meisten der jüngeren, stärkeren und technisch moderneren Wagen der Youngtimer nur die Rücklichter sahen.

Doch auch die Fahrzeuge des Historischen Langstrecken Cup mußten Federn lassen. So hatte Nordschleifen-Ikone Richard Bremmekamp auf BMW 1800 Ti dreifach Pech. In der zweiten Runde, bei einsetzendem Regen konnte er einem kreiselnden Youngtimer nicht mehr ausweichen und beschädigte die Front des weißen BMWs stark. Danach kontaktierte er einen NSU TT und in der achten Runde traf es ihn dann noch heftiger: Durch Aquaplaning verlor der routinierte Fahrer am Streckenabschnitt „Pflanzgarten“ über sein Fahrzeug und schlug hart in die unnachgiebige Leitplanke ein. Der wunderschöne und historisch wertvolle Wagen war danach nur noch Schrott. Bremmekamp selber kam mit leichten Schürfwunden davon.



Das Wetter meinte es nicht gut mit den alten Wagen. Immer heftiger schüttete es aus dem graubedeckten Himmel. Jetzt war Können gefragt. An der Spitze kämpften der BMW von Trojan/Lindenbaum und der Jaguar E-Type innerhalb einer Runde gelegen um den Gesamtsieg. In der letzten Runde hatte Trojan die Nase vorn, doch dann geschah das Unglaubliche. Eine Runde vor dem Ziel, nach 475 Rennkilometern explodierte dem BMW das Differential und der Wagen rollte aus. Das Team Gotcha Racing mit Graf von Oeynhausen und Graf von Wedel besetzt, holten sich so den Gesamtsieg in diesem schwierigen Rennen. Der lädierte BMW wurde noch aufgrund der zurückgelegten Distanz auf Platz 13 gewertet.

Der Gesamtsieger des Vorjahres, Donny Wagner, belegte dank gekonnter aber schneller Drifteinlagen mit seinem Ford Mustang den zweiten Platz, dicht gefolgt von Gastfahrer Dr. Armin Zumtobel auf Porsche 911.

Die ersten fünf Platzierungen

1. Team Gotcha Racing (Gast), Graf von Oeynhausen/Graf von Wedel, Jaguar E-Type, 21 Runden
2. Team Derichs Rennwagen, Wagner/ Schmitz, Ford Mustang, -12 Minuten
3. Team Zumtobel (Gast), Dr. Zumtobel, Porsche 911, -13 Minuten
4. Team MAC Köln, Seher/Wosnitza, BMW 2002, -1 Runde
5. Team Frers, Frers, Porsche 904-6, -1 Runde

Weitere Informationen über den FHR Langstrecken Cup finden Sie unter www.fhr-langstreckencup.de.

Mehr Bilder gibt´s hier.



Text: FHR Langstrecken Cup
Fotos: Dirk Reiter