Das Beverly Hills Hotel wird 100 Jahre alt: Oscarreife Leistung

Das Beverly Hills Hotel wird 100 Jahre alt: Oscarreife Leistung

Schon die legendäre Gästeliste liest sich wie eine Hollywood-Chronik. Dabei ist der rosarote Hotelpalast im Herzen von Los Angeles längst selbst zum Star geworden. Vor einem Jahrhundert auf einer Wiese errichtet, war das Beverly Hills Hotel im Lauf seiner schillernden Geschichte Schauplatz des Hollywood-Glamours und diskreter Rückzugsort der Schönen, Berühmten und Reichen.

Was zählt bei einer Immobilie? Lage, Lage, Lage. Dieses Mantra der Makler dürfte Burton Green seinerzeit unbekannt gewesen sein. Der Bauherr kaufte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Stück Land in den Hügeln nahe Los Angeles und beauftragte eine Dame namens Margaret J. Anderson darauf ein Hotel im spanischen Missions-Stil zu bauen. Es sollte so heißen wie seine Farm: Beverly. Der Plan war ursprünglich, wohlhabende Ruheständler von der Ostküste in die Sonne Kaliforniens zu locken. Dass sich daraus eine der berühmtesten Herbergen der Welt entwickeln würde, Bühne und Refugium zugleich für Filmstars, Aristokraten und Magnaten, stand in keinem Drehbuch.

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Als The Beverly Hills Hotel 1912 eröffnet wurde, gab es weder den luxuriösen Stadtteil gleichen Namens, noch Hollywood. Damals war dieser Flecken Erde noch ein verschlafenes Nest. Hatte Mr. Green einen guten Riecher oder einfach nur das Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu bauen? Die Frage kann auch Edward A. Mady, der heute General Manager dieses illustren Ortes ist, nicht beantworten. Aber welches andere Hotel kann von sich behaupten, die junge Kunst „Film“ von den Anfängen bis heute hautnah begleitet zu haben? Beverly Hills wurde nämlich erst in den Rang eines Stadtteils von Los Angeles erhoben, als ab 1914 mehr und mehr Filmschauspieler wie Gloria Swanson und Buster Keaton ihre Villen rund um das Hotel erbauen ließen – inspiriert von Mrs. Andersons Mission-Stil.

Elizabeth Taylor hat mit sechs ihrer acht Ehemänner in den berühmten Bungalows des Beverly Hills übernachtet. Marilyn Monroe und Yves Montand wohnten Tür an Tür während der Dreharbeiten zu „Let´s Make Love“. Charlie Chaplin, John Wayne und Peter Fonda stiegen hier ab. John Lennon und Yoko Ono versteckten sich eine Woche lang hinter der rosarot verputzten Fassade des Luxushotels vor den Paparazzi. Aber auch für die High-Society war der Ort die erste Adresse an der amerikanischen Westküste. Das Herzogspaar von Windsor, auf unermüdlicher Wanderschaft nach der Abdankung, beehrte das Haus ebenso wie Prinzessin Margaret, die Schwester der Queen, und ihr Mann Lord Snowdon, die sich hier in der Nähe der Celluloid-Royals sonnten. Man darf annehmen, daß das Beverly Hills seine teils exaltierten Gäste immer mit der gebotenen Diskretion vor der neugierigen Außenwelt abschirmte. Gerade, diese unschätzbare Publicity hat auch den Nimbus des Hauses begründet.

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Das Hotel, das liebevoll „The Pink Palace“ getauft wurde, bot nicht nur den Reichen und Schönen, Berühmten und Berüchtigten eine Möglichkeit, sich zu inszenieren, es inszenierte sich auch sich selbst als Ikone! Legendär ist der Pool als Ort ausschweifender Partys, sowie die mediterran angelegte Parkanlage, die den großzügigen Komplex umgibt. In der Polo Lounge feierten Frank Sinatra, Dean Martin und ihre Spießgesellen vom Rat Pack mit Hilfe unerschütterlicher Barmixer legendäre Trinkgelage. Wenn ein Film die Traumfabrik zum Thema hatte, dann mußte einfach auch im Beverly Hills Hotel gedreht werden. Zu den berühmtesten Bildern, die hier entstanden, gehört das von Faye Dunaway am Pool, nachdem sie 1977 den Oscar für „Network“ erhalten hatte. Bezeichnend ist auch der Umstand, dass die Band Eagles ein Foto des Beverly Hills Hotels für das Cover ihres 1977 erschienen Hits Hotel California, wählten.

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Das Beverly Hills Hotel & Bungalows – so der vollständige Titel der Herberge – mit dem grünen Schild vor der Auffahrt zum Portal hat ohne Frage von diesem Glamour und den vielen Anekdoten profitiert. Es kann sich sogar den Luxus erlauben, auf den modernen Fünf-Sterne-Look zu verzichten. Im Lauf seiner einhundert Jahre wurde es dennoch immer wieder vorsichtig modernisiert. Doch geblieben ist diese besondere Mischung aus Art Deco, wie ihn schon Chaplin und Marlene Dietrich schätzten, und den Pastelltönen, die den sonnenverwöhnten kalifornischen Lebensstil diskret reflektieren. Den Pool gibt es noch, aber inzwischen auch dem Zeitgeist folgend ein Spa. Immer wieder hat es in seiner bewegten Geschichte den Besitzer gewechselt. Heute schmückt es die Dorchester Collection, zu der auch Häuser wie das Meurice in Paris, das Principe de Savoia in Mailand oder das Richemond in Genf zählen, und die dem Sultan von Brunei gehört. Und man muß natürlich nicht einen Oscar gewonnen oder einen Blockbuster finanziert haben, um in einem der über 200 opulenten Zimmer und Suiten für umgerechnet 400 Euro aufwärts zu nächtigen. Auch die individuell eingerichteten Bungalows gibt es noch, deren Luxus sich über 465 Quadratmeter entfalten darf. In der Präsidenten-Suite kann man sogar an ungewohnt kühlen Abenden ein Kaminfeuer entzünden lassen.

Das Beverly Hills Hotel wird 100 Jahre alt: Oscarreife Leistung
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Um die ersten Hundert Jahre gebührend zu feiern, hat sich das Beverly Hills Hotel eine Menge einfallen lassen. Zum Beispiel einen „100-Year Cocktai“ für 100 Dollar komplett mit graviertem Glass als Hommage an Marlene Dietrich. Man kann sich zur Feier auch für „The Recluse“ entscheiden – eine Verbeugung vor dem exzentrischen Milliardär Howard Hughes, der seinen Cadillac zwei Jahre lang vor dem Hotel parkte. Natürlich gibt es auch Jubiläums-Arrangements mit speziellen Highlights wie Vintage-Menüs. Außerdem wurde in der berühmten Lobby eine Fotoausstellung eingerichtet, die noch einmal an die Sterne erinnert, die hier für kurze Zeit vom Hollywood-Firmament abgestiegen sind. Rechtzeitig zum Jubiläum ist auch ein reich bebilderter Band mit dem Titel: „The Beverly Hills Hotel and Bungalows“ von Robert S. Anderson erschienen, der über die Hotel-Website bestellt werden kann.

Weiterführende Links

The Beverly Hills Hotel: www.beverlyhillshotel.com

Text: Alexandra Felts
Fotos: The Beverly Hills Hotel and Bungalows