Classic-Masters-Finale am Jochpass

Es hätte kaum eine eindrucksvollere Kulisse für das packende Finale der Classic-Masters-Serie geben können, als das herrliche Bergpanorama des Jochpass-Memorials im Allgäu. 200 Starter kamen nach Bad Hindelang, um sich drei Tage lang vom alten und neuen Meister Michael Münzenmaier um die Ohren fahren zu lassen.

Die Oberallgäu-Historic-Rallye und das daran anschließende Jochpass-Memorial waren auch in diesem Jahr wieder der stilvolle Abschluss einer langen Oldtimerrallye-Saison. Und noch dazu mit reichlich Spannung gesegnet, schließlich stritten mit Thomas und Alexandra Engl in ihrem 911 Targa und Michael Münzenmaier auf Jaguar XK 140 OTS noch zwei Teams um den Titel des Classic Masters 2005. Die Ausgangslage war simpel: Wer vor dem anderen ins Ziel kommt ist Meister.

Die Auftaktrallye am Freitag, die bis weit nach Österreich hineinführte, entschieden noch Engl/Engl als Sieger für sich, was ihnen ein Polster von niedlichen sieben Hundertstel Sekunden auf Michael Münzenmeier für den abschließenden Bergtag einbrachte. Um es vorwegzunehmen: Der Jochpass wurde zur Bühne für die große Show des Michael Münzenmaier, der alle anderen Teilnehmer gnadenlos am Berg deklassierte. Münzenmaier hatte die Besonderheiten dieser Veranstaltung optimal interpretiert: Damit auch leistungsschwächere Autos oder Motorräder eine Chance haben, konnten die Starter ihre Fahrzeit vor jedem Wertungslauf selbst vorgeben. Dafür durften auf dem letzten Kilometer 30 km/h nicht unterschritten werden. Das macht es bei einer Streckenlänge von rund 6,5 Kilometern nicht gerade einfach, so präzise zu fahren, dass man nach etlichen Minuten Fahrspaß einigermaßen rechtzeitig an der Stelle ist, wo einen die Stoppuhr gern sehen würde.

Michael Münzenmaier aber hat den Trick herausgefunden: Während sich andere mit zahllosen Zwischenzeiten und Orientierungspunkten durch das Geschlängel der 105 Kurven des Jochpass auf Kurs hielten, ließ sich der mit allen erlaubten Hilfsmitteln ausgestattete Schwabe dank einer computerüberwachten Durchschnittsgeschwindigkeit hundertstelgenau den Berg hinaufdirigieren. Ob das im Sinne des Oldtimersport-Erfinders ist, sei einmal dahingestellt, erfolgreich war es allemal: Münzenmaier wurde wie schon im Vorjahr Classic-Master, siegte beim Bergrennen mit gehörigem Abstand und sicherte sich auch die Gesamtwertung aus Rallye und Bergrennen. Wie geht es nun mit der Classic-Masters-Serie im nächsten Jahr weiter? Noch ist das neue Reglement nicht beschlossen, auf jeden Fall werden viele spannende und belebende Änderungen gerade diskutiert. Es wird definitiv mehr Läufe als in diesem Jahr geben, damit man als Teilnehmer einfach eine größere Auswahl hat. Gewertet werden aber trotzdem weiterhin nur sechs Stück, so dass viel gefahren werden kann aber eben nicht muss. Dazu wird es wesentlich mehr Einzelwertungen geben, um das Rennen um Preise und Ehren bis zum Schluss offener und vielfältiger zu gestalten, sogar eine Handicap-Regel wie beim Golfen wird besprochen.

Fest steht jedenfalls: Der erste Lauf zur Classic-Masters-Serie wird die wieder auferstandene AvD-Histo-Monte vom 9. bis 12. Februar 2006 sein, bei der es mit schnellen Schnitten auf den Original-Strecken des legendären Rallye-Klassikers bis nach Monte Carlo gehen wird. Nähere Informationen finden Sie unter www.avd-histo-monte.com.

Text: Tom Augustin
Fotos: Tom Augustin


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