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Warum die 24 Stunden von Le Mans immer noch die beste Show der Welt liefern

Obwohl die Zahl der Zuschauer um 200.000 begrenzt wurde, zeigte uns Le Mans dennoch, weshalb es zu den tollsten Rennen gehört. Classic Driver war am Circuit de la Sarthe, um diese oktanbegeisterte Luft zu erleben und sogar um den legendären Kurs zu fahren.

Zum ersten fünften Mal in der Geschichte dieses Langstreckenrennens fanden die 24 Stunden von Le Mans ausnahmsweise nicht im Juni statt. Obwohl die übliche überbordende, hedonistische  Atmosphäre fehlte, boten unsere Freunde bei TAG Heuer in Zusammenarbeit mit Porsche ein bemerkenswertes Programm auf, das dafür sorgte, das wir jede Menge zu tun hatten und vieles, das wir mit unseren treuen Classic Driver-Lesern teilen konnten. 

Unser ganz persönliches Le Mans begann am Donnerstagnachmittag mit unserer wilden Fahrt durch die Nacht nach Le Mans in einem 997 GT2. Nach nur ein paar Stunden Schlaf ging es am Freitagmorgen gleich in ähnlicher Manier weiter mit der Chance, auf der Rennstrecke einen fünfmaligen Le Mans-Racer zu jagen. Was wir aus dieser Erfahrung mitgenommen haben? Dass es so einfach ist, auf der Mulsanne, selbst mit zwei Schikanen, die Konzentration zu verlieren: Auf der dieser berühmt-berüchtigten Geraden erreichte die Tachonadel im 992 Carrera 4S 295 Stundenkilometer, ehe wir scharf bremsten.

Keine Zeit, durchzuatmen, denn wir wurden gleich in die Boxengasse zu einer Tour durch die Porsche-Garagen expediert, wo hektische Aktivität herrschte, denn das Team musste die beschädigte Nummer 92 – ein GTE-Procar – herrichten, dass ein neues Chassis nach einem Hochgeschwindigkeits-Malheur in der unbarmherzigen Indianapolis brauchte.

Schnell umziehen und schon war es Zeit, um TAG Heuers Heritage Director Nicholas Biebuyk und dem mehrfachen Le Mans-Sieger Derek Bell, Patrick Dempsey und Neel Jani zu lauschen, die über alles rund um dieses sagenhafte Rennen plauderten. Es gab faszinierende Geschichten über alle Aspekte von Le Mans zu hören.

Am Freitag gab es noch einen Leckerbissen im Programm: Nach der eigenen Umrundung des Kurses bot sich jetzt die Gelegenheit, einen Hot Lap auf der Rennstrecke mit einem ehemaligen Le Mans-Rennfahrer am Steuer zu erleben. Neben einem Profi Platz zu nehmen, macht die eigenen Ansprüche immer bescheidener, erfährt man doch hautnah, wie weit man tatsächlich vom Potenzial und vom Grenzbereich des Fahrzeugs und der reifen entfernt ist. Ein Fahrzeug so extrem zu bewegen und dennoch den Eindruck zu gewinnen, dass es fest mit dem Boden verbunden ist, gehört zu den magischen Gefühlen im Leben.

Samstag ist natürlich der Renntag, aber da der Wettkampf erst um 16 Uhr startet, lud TAG Heuer zu einer Tour der legendären Abschnitte wie die Mulsanne und Indianapolis. Um an diese Orte zu gelangen, fuhren wir in einem Porsche Cayenne durch die staubigen Wälder. Mit den 25 Minuten, die es braucht, um von einer Location zu anderen zu gelangen, bekommt man ein unmittelbares Gefühl für die schiere Größe dieser Rennstrecke. Es ist ein unfassbares Glück, dass es diese Veranstaltungen noch gibt. Mögen sie uns lange erhalten bleiben!

Die Startzeit rückte immer nähe und ein Spaziergang auf dem Grid gab uns die letzte Möglichkeit, unseren Freunden ein sicheres und schnelles Rennen zu wünschen. Die Stunde nahte und mit ihr verdunkelte sich der Himmel und entlud einen heftigen Regenschauer, was einen Star mit Safety Car zu Folge hatte sowie gleich zu Beginn Vorfälle im gesamten Feld. Auch als die Nacht sich senkte, hörte das Drama nicht auf. Ganz vorne führte der neue Toyota GR010 Hybrid alle an und gab seine überragende Position bis zum Ende der 24 Stunden nicht mehr her.

Aufzuwachen und zu hören, wie die Rennmotoren weiter 100 Prozent geben, verliert nie seinen Reiz. Nach einem Hubschrauberflug zur Rennstrecke, lehnten wir uns entspannt gespannt zurück, um zu erleben, wie sich die letzten Stunden entfalten würden. Die Werks-Porsche würden schließlich den dritten und vierten Platz in der GTE-Pro-Klasse sichern. Wir wollen hoffen, dass ein Porsche-Hypercar sich ein packendes Duell mit einem Ferrari liefert, denn diese neue Kategorie findet das Interesse von immer mehr Herstellern. Im Augenblick sieht die Zukunft von Le Mans rosig aus.

Der große Dank von Classic Driver  gilt TAG Heuer, die an diesem Wochenende unsere  Gastgeber waren.

 

Fotos: Nine3Co für Classic Driver © 2021