Von Death Dives bis Bushel Basket - die seltsamsten Sportarten Britanniens

Es mag an der isolierten Insellage liegen, dass die Bewohner Großbritanniens ein Faible für Kuriositäten haben. Das gilt auch für die sportliche Ertüchtigung. Wo sonst als dort käme man auf den Gedanken, auf dem Fahrrad Polo zu spielen oder einen Weitflug-Wettbewerb in Seifenkisten abzuhalten?

Death Dive - Tollkühne Piloten in fliegende Kisten

In den 1950er Jahren sorgte das Death Dive Event im Londoner Alexandra Palace für große Begeisterung. Beim Death Dive galt es, in einer Seifenkiste eine Rampe hinunter zu rasen und dabei so weit und vor allem so hoch wie möglich zu fliegen. Start und Schwebezustand sind tatsächlich nicht das Problem dieses halsbrecherischen Sports, es ist die harte Landung, die Schmerzen - ja sogar ernste Verletzungen verursachte. Vielleicht ein Grund, warum der Death Dive nur ein einmaliges Event geblieben ist.  

Bushel Basket Championship - Körbe ohne Ende

Richtig skurril geht es bei den offiziellen Bushel-Basket-Meisterschaften zu. Die Markthändler des Londoner Borough Market veranstalten seit den 1930er Jahren eine Wohltätigkeits-Meisterschaft im Gemüsekorb-Wetttragen. Sieger ist derjenige, der es schafft, mit zehn übereinandergestapelten Gemüsekörben auf dem Kopf als Schnellster einen Lauf zu absolvieren, ohne dass die Körbe herunterfallen. Das Bushel-Rennen belegt einmal mehr, dass die Briten sehr viel mit dem Kopf arbeiten.

Bicycle Polo - Drahtesel statt Rasse-Pferd

Keine rassigen Poloponys aus Argentinien, sondern ordinäre Drahtesel kommen beim Fahrrad-Polo zum Einsatz. Fest im Sattel des Hollandrades und mit einem verkürzten Stick, machte diese Variante des königlichen Sports auch Prinzgemahl Philip große Freude, wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann. Bis heute ist Bike-Polo ein beliebter Sport in den Hipster-Zentralen von Berlin bis Los Angeles, nur dienen heute "Fixies" als Kettenrösser. 

Cricket - Was lange währt, währt gut

Es mag etwas unverschämt erscheinen, bei diesen verrückten - und zugegeben sinnbefreiten - Sportarten einen Traditionssport wie das Cricket-Spiel anzuführen. Dennoch: Für alle Leser abseits der Britischen Inseln und des Commonwealth erscheint diese Form des Schläger-Werfer-Ball-Spiels etwas seltsam. Das Regelwerk umfasst viele hunderte Seiten und die Punktevergabe ist für Außenstehende so schleierhaft wie die Lösung des Drei-Körper-Problems in der Physik. Ein Cricket-Spiel kann gerne auch mal einige Tage dauern und somit sind die vielen Pausen mit Pimm's und Sandwiches wahrscheinlich der eigentliche Grund, warum man Cricket spielt.

Penny Farthing Races in Herne Hill - Hoch zu Rad

Auf dem Hochrad ein Rennen zu beschreiten, erscheint in Zeiten der ­Super-Rennräder doch sehr skurril. Doch bis heute treffen sich in England Hochrad-Fahrer zu Penny Farthing Rennen - so heißen die Hochräder im Englischen. Wer sich jetzt eine gemütliche Fahrrad-Rallye vorstellt, ist auf dem Holzweg. Die Hochrad-Piloten nehmen ihren Sport sehr ernst und gehen mit minutiöser Planung an die Sache heran. Im Übrigen ein recht gefährlicher Sport, denn ein Sturz aus fast zwei Meter Höhe ist definitiv eine schmerzhafte Erfahrung.

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