Snapshot, 1970: Für Ferry Porsche steht viel auf dem Spiel

Wir schreiben das Jahr 1970 und in Le Mans ist kurz vor 16 Uhr. Nachdem er ein Jahr zuvor in einem packenden Rennen so knapp verloren hatte, heißt es nun für Ferry Porsche alles oder nichts. Der Hoffnungsträger, ist ein radikaler neuer Prototyp, hört auf den Namen 917K.

Es ist eine angespannte Zeit für Ferry Porsche und seinen Rennleiter Rico Steinemann, haben doch beide sehr, sehr viel Arbeit in ihren neuen, kürzeren Porsche 917K investiert, um diesmal nicht zu verlieren. John Wyer, verantwortlich für die Werksrennwagen in den Gulf-Farben, und sein begabter Ingenieur John Horsmann haben den als unbeherrschbar geltenden Porsche 917 in einen Champion verwandelt. Ihr Rezept: Sie haben das riesige Heck abgeschnitten. Leider verlor das verkürzte Fahrzeug auf Grund des höheren Luftwiderstands auf den schmerzhaft langen Geraden des Kurses an der Sarthe an Geschwindigkeit. Also sicherte sich Vic Elford mit dem instabilen Langheck-Rennwagen aus Salzburg den ersten Startplatz. Doch die Pole Position ist noch lange kein Garant für den Sieg, wie Porsche im letzten Jahr erfahren musste. Was Ferry Porsche zum Zeitpunkt des Schnappschusses noch weiß: 24 Stunden nachdem er die Trikolore zum Start um Punkt 16 Uhr schwenkt, wird einer seiner Porsche 917K – dazu noch ein Underdog – die Ziellinie als erster überqueren und damit zum ersten Mal für Porsche in Le Mans siegen.

Foto: Rainer W. Schlegelmilch via Getty Images