Snapshot, 1964: Das Glück meint es gut mit Dan Gurney in Le Mans

Es ist Juni 1964 und nach 24 sehr erfolgreichen Stunden in Le Mans, in denen er und sein Co-Fahrer Bob Bondurant mit ihrem Shelby Cobra Daytona Coupé die GT-Klasse dominierten, entspannt sich Dan Gurney mit seinem ehemaligen Chef Huschke von Hanstein, dem unvergessenen Porsche-Rennleiter.

Obwohl sie am Schluss insgesamt als Viertplatzierte feststanden, führten Gurney und Bondurant fast während des gesamten Rennens und zeigten großes Können und sportliche Zurückhaltung, angesichts der untypischen Probleme der rivalisierenden Ferrari 250 GTO und hielten die schnelleren Ferrari-Prototypen fair in Zaum. Gurneys ansteckendes und unvergessliches Lächeln hat nicht nur mit dem erfreulichen Resultat zu tun - seit seinen ersten Versuchen mit Shelbys neuem Daytona-Coupé war er von dem Auto begeistert, freut sich darauf und war sich zugleich über dessen Potenzial im Klaren. Wenn Huschke von Hanstein nicht gewesen wäre, dann hätte Gurney womöglich nie die Bühne des internationalen Motorsports betreten. Als Porsches Rennleiter hatte er Gurney für das noch ganz junge Formel 1-Team verpflichtet, dort war der Fahrer aufgrund der Umstände und der Konkurrenz auch relativ erfolgreich. Während seiner Zeit bei Porsche hat Gurney auch Hansteins Sekretärin Evi kennengelernt, die fünf Jahre später seine Ehefrau werden sollte. Von Hanstein mag den Verlust seiner ausgezeichneten Assistentin beklagt haben, aber dafür schätzte er umso mehr wie so viele Größen des Motorsports die lebenslange Freundschaft mit Dan Gurney.

Wir waren sehr traurig zu erfahren, dass Dan Gurney, Pionier und lebensfroher amerikanischer Rennfahrer und Ingenieur, im Alter von 86 Jahren verstorben ist. 

Foto: Bernard Cahier via Getty Images