Snapshot, 1959: Don’t bogart the cigar, Ernesto!

Kurz nach der geglückten Revolution ist Commandante Ernesto „Che“ Guevara  im Frühjahr 1959 trotz Armschlinge zum Scherzen aufgelegt. Ob es sich schon über die westlichen Politiker, Großbanker und Industriellen amüsiert, die bald keine kubanischen Zigarren mehr rauchen können?

Nachdem Fidel Castros bewaffnete Widerstandsbewegung den kubanischen Diktator Fulgencio Batista am 1. Januar des Jahres 1959 aus dem Amt gejagt hatte, stand nun der Umbau des Landes im Sinne des marxistisch-leninistischen Kurses der Revolutionäre auf dem Programm. Dem LIFE-Fotografen Joseph Scherschel trat der Guerillaführer Ernesto Rafael Guevara de la Serna kurze Zeit später bereits gut gelaunt vor die Kamera – mit dem obligatorischen Bart, Barett und einer dicken Zigarre. Ob er bereits ahnte, dass Amerikaner bald nicht mehr in den Genuss der begehrten kubanischen Tabak-Spezialität kämen? Schon 1960 würde US-Präsident Dwight D. Eisenhower ein erstes Handelsembargo auf kubanische Produkte verhängen, dass zwei Jahre später unter John F. Kennedy  noch verschärft werden sollte. Nicht nur auf Kuba wurde später geflüstert, JFK habe sich in letzter Minute noch Kistenweise Zigarren seiner Lieblingsmarke H. Upman nach Washington schiffen lassen.

Am Montag dieser Woche hat US-Präsident Barack Obama nun das mehr als 50 Jahre alte Embargo auf kubanische Zigarren und Rum für amerikanische Reisende aufgehoben. Feuer gefällig?

Foto: Joseph Scherschel / The LIFE Picture Collection / Getty Images