Snapshot, 1957: Peter Collins kriegt die Kurve

Was für ein Foto! Als Navigator von Peter Collins während der Mille Miglia 1957 hatte Fotograf und Rennfahrer Louis Klemantaski die ideale Position für eine ganze Serie außergewöhnlicher Schnappschüsse. Nur der Sieg blieb dem Duo verwehrt.

Hatte der in der Mandschurei aufgewachsene Klemantaski in den 1930er Jahren noch selbst zahlreiche Rennen bestritten, begleitete er den europäischen Rennzirkus nach dem Zweiten Weltkrieg als Fotograf. Im Jahr 1957 wurde er von Peter Collins eingeladen, ihm bei der Mille Miglia in seinem Ferrari 335 Sport als Navigator zur Seite zu stehen. Und natürlich hatte Klemantaski auch seine Kamera dabei. Es entstanden einzigartige Bilder, die einem bis heute einen Schauer über den Rücken jagen: Kaum vorzustellen, mit welchem Tempo die Fahrer einst in ihren puristischen Sportwagen durch Italien jagten! Das Foto hier zeigt Collins in den Hügeln von Rom und lässt erahnen, was für ein Spektakel das 1000-Meilen-Rennen auch für die italienische Bevölkerung war. Tatsächlich führte das Duo die Mille Miglia über weite Strecken - doch es sollte nicht sein. Nur wenige Meilen vor dem Ziel in Brescia blieben Klemantaski und Collins mit einem defekten Differential auf der Strecke. Dass sich auf den Negativen in Klemantaskis Kamera eines der besten Bilder wiederfinden sollte, dass je während der "Mille" geschossen wurde, war im Mai 1957 wahrscheinlich nur ein schwacher Trost.

Photo by Klemantaski Collection/Getty Images