Snapshot, 1975: Ein straßentauglicher Porsche 917 für Graf Rossi

Es ist April 1975 und Graf Rossi di Montelera – der Mann hinter Porsches Sponsordeal mit Spirituosenhersteller Martini & Rossi – holt in Weissach seinen neuen Porsche 917 ab. Doch statt auf einem Anhänger geht es dank eines Tricks auf eigener Achse zurück gen Paris...

Graf Gregorio Rossis Porsche 917K mit Chassisnummer 030 war ursprünglich als Testfahrzeug für eines der ersten Antiblockiersysteme (ABS von Teldix) gedacht. In nur dezent angedeuteten Martini-Farben trat er am letzten Juni-Wochenende des Jahres 1971 zum 1000 km Rennen in Zeltweg und mit den Fahrern Helmut Marko und Gérard Larrousse an. Für das Rennen wurde das im Training getestete ABS ausgebaut, ehe der Einsatz nach Start von der dritten Position nach einem Unfall vorzeitig endete. Bis März 1972 führte Porsche mit dem Auto noch weitere ABS-Versuche in Hockenheim und Weissach durch. Angeblich brachte das ABS rund zwei Sekunden pro Runde, wurde aber nie in einem Rennen eingesetzt. So oder so wurde 917-030 nach Ende der Tests eingelagert. Solange, bis der für die Sponsoringaktivitäten von Martini verantwortliche Rossi nachfragte, ob er das Auto erwerben und in ein Straßenfahrzeug umwandeln könne. Porsche hatte nichts dagegen, die Zulassungsbehörden jedoch schon. Unbeeindruckt davon griff Rossi zu einem legalen Trick: Er ließ den Prototypen im US-Bundestaat Alabama zu. Angeblich unter der Bedingung, sich mit dem Auto danach nie mehr dort blicken zu lassen. Der silbern lackierte 917er mag zwar Zulassungskennzeichen tragen, doch bis auf die für Straßenfahrzeuge vorgeschriebenen Rückspiegel und einen riesigen Schalldämpfer wurde nichts geändert. Ein Rennwagen für die Straße? Und ob! 

Photo: Rainer Schlegelmilch / Getty Images