Prinz Alfonso zu Hohenlohe: Der König von Marbella

Seine exzentrischen Partys im Marbella Club waren in den 1960er und 1970er Jahren berühmt berüchtigt. Alfonso Prinz Hohenlohe war nicht nur einer der letzten großen Playboys, sondern verwandelte das verschlafene Fischerdorf Marbella in einen Treffpunkt des internationalen Jet-Sets.

Ob gekrönte Häupter, Adel oder Leinwandstars – sie alle waren zu Gast bei Bonvivant Alfonso Prinz zu Hohenlohe im Marbella Club. Nach einem Besuch eines Vetters in der Abgeschiedenheit Andalusiens entschied sich der Vater von Alfonso für den Kauf von Land, da die ehemaligen Besitztümer der Familie in Böhmen nun, nach dem Krieg, auf der falschen Seite des Eisernen Vorhangs lagen. Der junge Prinz erfüllte diese Aufgabe, in dem er für den sagenhaften Preis von heute umgerechnet 0,5 Cent pro Quadratmeter 120.000 Quadratmeter Land erwarb. Während sein Vater das mediterrane Leben genießen wollte, hatte Alfonso größeres mit Marbella, dem verschlafenen Fischerdorf, vor.

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Der äußerst charmante und gebildete Prinz hatte die Vision, die Costa del Sol in einen neuen Hot-Spot der Gesellschaft zu verwandeln. Ab 1954 warb der junge Aristokrat in Adelskreisen für einen Aufenthalt in seinem 20-Zimmer-Gästehaus in Marbella – mit Erfolg. Schon bald gaben sich die Bismarcks und Metternichs die Klinke in die Hand. Schnell reichte der Platz nicht aus, da mittlerweile auch Hollywood von der besonderen Herberge Wind bekommen hatte und nun auch Leinwandstars unbedingt an der Sonnenküste Urlaub machen wollten. Gemeinsam mit seinem Vetter Graf Rudolf von Schönburg – einem Absolventen der Hotelschule in Lausanne – gründete der Prinz 1956 das Hotel Marbella Club.

Doch schon ein Jahr zuvor sorgte Prinz Alfonso für einen handfesten Skandal, als er 1955 die erst 15-jährige Prinzessin Ira Fürstenberg, Nichte von Fiat-Chef Gianni Agnelli, in Venedig heiratete. Mit ihr hatte er die Kinder Christopher und Hubertus. Die Ehe hielt nur fünf Jahre und auch die Trennung sorgte für ebenso viel Aufmerksamkeit, wie die Hochzeit. Es folgten viele Beziehungen, darunter auch solche mit Ava Gardner und Kim Novak, sowie zwei weitere Ehen.

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Neben seiner Leidenschaft für den Rallyesport und Tennis galt seine wahre Begeisterung dem Marbella Club, der sich in den 1960er und 1970er Jahren als Jet-Set-Drehscheibe zwischen St. Tropez und Capri etablierte. Jeden Dienstag und Freitag wurde zur Disco an den Pool geladen und die Tage dazwischen wurden mit ausschweifenden Abendessen und anderen Feiern gefüllt. Ob beim Twist mit Grace Kelly oder beim vertieften Gespräch mit dem saudischen Königshaus – der Prinz fühlte sich in jeder Rolle wohl.

Im Gegensatz zu anderen „Playboys“ hatte der Prinz „Substanz“, wie er einmal sagte. Neben dem Jet-Set-Leben war er ein äußerst erfolgreicher Geschäftsmann. Er brachte Volkswagen nach Mexico, beteiligte sich an einer großen Autohandelskette in den USA und vertrieb Volvo in Spanien. Neben dem Marbella Club realisierte er weitere Hotelprojekte in aller Welt. 2003 starb Alfonso Prinz Hohenlohe in seinem Haus in Marbella, nachdem er nach dem Tod seiner dritten Ehefrau recht zurückgezogen lebte.
 

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Fotos: Getty Images / Marbella Club