Palm Springs Weekends: Wenn Hollywood in die Wüste fuhr

Auch in Hollywood kann es im Winter ungemütlich werden: Wenn vom Pazifik klamm die Kälte den Santa Monica Boulevard hinaufkriecht, flüchten die Stars seit jeher in die Wüste nach Palm Springs. So auch Marilyn Monroe, Frank Sinatra und Steve McQueen.

Im Frühjahr 1963 war Steve McQueen mit 33 Jahren auf dem Zenit seiner Karriere, nur wenige Monate vor dem Kinostart von „The Great Escape“, besuchte der Fotograf John Dominis den „King of Cool“ in seinem Haus in Palm Springs, um eine Fotostrecke für das Magazin „Life“ zu produzieren. Hier draußen in der Wüste war Steve McQueen in seinem Element: Gleich zu Beginn musste Dominis den fanatischen Rennfahrer McQueen bei einem zweitägigen Dirtbike-Rennen begleiten oder zum Revolver-Probeschießen in die Wüste folgen. Aber auch die entspannte Seite des Stars konnte der Fotograf dokumentieren – etwa in McQueens modernistischem Haus in der Rim Road, wo er sich mit seiner Frau Neile Adams am Pool vergnügte oder ausgelassen durch’s Wohnzimmer tanzte. Palm Springs, so scheint es, war der Ort, an dem Steve McQueen zur Ruhe kam.

Hollywoods freizügiger Freizeitpark

Aber auch andere Stars zog es in die Wüstenoase mit ihren Golf- und Tennisclubs, den lockeren Bars und Restaurants – und natürlich den pastellfarbenen Bungalows mit ihren Pools und Flokati-Spielwiesen. In den Nachkriegsjahren muss Palm Springs wie ein gigantischer, freizügiger Freizeitpark für für die Reichen und Schönen von Hollywoos gewirkt haben. In diesem Umfeld gefiel es natürlich auch Frank Sinatra, der in seinem Twin Palms Estate nicht nur Sandwiches aß, sondern auch wilde Parties mit verschiedensten Damen feierte. Von der Champagnerflasche, die Ava Gardener nach ihrem treulosen Ehemann warf, zeugt heute noch ein Riss im Waschbecken. Und auch „Frankies“ Privatjet auf der Startbahn des Flughafens gehörte lange zum Bild der Stadt.

Ein Paradies im Zwei-Stunden-Radius

Doch Palm Springs hatte noch einen weiteren Vorteil: Als Schauspieler im Hollywood der Nachkriegszeit war man oft vertraglich verpflichtet, innerhalb von zwei Stunden für „Nachdrehs“ am Set verfügbar zu sein – und Palm Springs lag genau in diesem Radius. Auch Marilyn Monroe kam gerne in die Wüste. Am Pool des Palm Springs Racquet Club, so heißt es, wurde sie 1949 von der Agentur William Morris entdeckt – und kurz darauf zum Weltstar gemacht. Auch die MM kehrte immer wieder in die Wüste zurück. 

Fotos: Getty Images